Newsletter Oktober 2012


English Version

Cho Oyu

Die Themen:

Newsletterredaktion
Gehörlosenschule in Siraha – "Siraha Association for the Deaf"
Interview mit Margot Jaffé, Hotelinhaberin in Pokhara
Literatur aus Nepal – und über Nepal
Aktivitäten unserer Mitglieder

Newsletterredaktion

Das größte Hindufestival "Dasain" wird zurzeit in ganz Nepal gefeiert. Gläubige gehen am frühen Morgen zu den Tempeln, und die Familien kommen während der Feiertage zusammen. Die Straßen sind festlich geschmückt, während in den Basaren eine große Auswahl von Obst, Gemüse, Süßigkeiten und köstlichsten Speisen angeboten wird. Auch das Wetter zeigt sich bei moderaten Temperaturen und Sonnenschein von seiner besten Seite. Kurzum: Für viele Nepalis sind das die schönsten Tage des Jahres.
Wir wünschen allen, und besonders denen, die in diesem Jahr nicht zu ihren Familien nach Nepal fahren können, "DASAIN SUBHA KAMANA!"
Auch in diesem Newsletter berichten wir über hilfsbereite Menschen, Organisationen und geben neue Literaturhinweise.
Viel Spaß beim Lesen wünscht die Newsletter Redaktion.

Veranstaltungs- und andere Hinweise:

Artmandu - Kathmandu International Art Festival

Vom 25. November bis 21. Dezember findet in Kathmandu das zweite International Art Festival statt.

Kathmandu International Art Festival

Bildervortrag im namasté
Neun Mal war Andrea-Regina Lang in den letzten Jahren in Nepal auf Trekkingtour. Sie zeigt am 1. November 2012 um 20 Uhr die schönsten Bilder aus allen Jahreszeiten und schildert ihre Eindrücke aus dem Land am Fuße des Himalaya. Veranstaltungsort ist das namasté, Charlottenburger Ufer 9, 10587 Berlin, Telefon 030 95605273.

Dhaulagiri

Der Nedeg-Newsletter berichtet regelmäßig über kulturelle Themen und über unsere Projektpartner in Nepal und weist auf Termine hin.
Wer den Newsletter noch nicht direkt zugesendet bekommt, kann sich hier anmelden.
Wichtige Hinweise auf Termine, Veranstaltungen oder neue Publikationen senden Sie bitte an nedeg_redaktion@yahoo.com.

Newsletter-Redaktion: Torsten Frank, Dr. Johanna Wernicke-Rothmayer, Andrea-Regina Lang, Don Baerg, Susan Evers

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Schüler der Gehörlosenschule

Gehörlosenschule in Siraha – "Siraha Association for the Deaf"

Ganga Ram Yadaf war einer der besten Mitarbeiter an dem Augenhospital in Lahan, einer Provinzstadt im Osten von Nepal im Siraha-Distrikt. Die Landschaft hier ist flach, und in der Saison reichen die Reisfelder bis zum Horizont. Im Sommer kann es hier über 50 Grad heiß werden. Die indische Grenze ist zwanzig Kilometer entfernt.

Als Ganga Ram mit 18 Jahren durch eine Krankheit gehörlos wurde, schien sein Leben eine schlechte Wendung zu nehmen. Wir hatten Gelegenheit, mit ihm in Berlin auf seinem Rückweg von einem Gehörlosen-Kongress in Erfurt zu sprechen.

"Steine wurden von Kindern auf mich geworfen, als ich sie nicht verstehen konnte", berichtete er. In der Situation hat er sich geschworen, trotz seiner Behinderung etwas Gutes in seinem Leben zu tun. Mit dieser Vision hat er sein Leben entschieden geführt: Er lernte die Gebärdensprache und auch Nepali und Englisch von den Lippen abzulesen. Heute leitet er die Gehörlosenschule in Siraha und ist Präsident der "Siraha Association for the Deaf".

Unterstützt wurde der Aufbau der Schule seit 2002 von dem deutschen Leiter der Augenklinik in Lahan, Dr. Henning, und der Eine Welt Gruppe Wardenberg. Die Gruppe konnte auch den Kontakt zu der Umweltlotterie "Bingo" vom Norddeutschen Rundfunk herstellen, die einen großen Teil der Baukosten für das Gebäude bereitstellte. Heute leben 45 gehörlose Jungen in dem angegliederten Internat zusammen und werden von vier Lehrern unterrichtet. Cordula Rau und ihr Vater von der "Eine Welt Gruppe Wardenberg" sind auch heute noch aktiv bei der Unterstützung, berichtet Ganga Ram dankbar. Ein großer Teil der laufenden Kosten der Schule wird durch Spenden gedeckt. Aber auch die Schule bemüht sich, nach Kräften finanziell unabhängiger zu werden.

Umweltlotterie 'Bingo' vom Norddeutschen Rundfunk

Es werden vier Kühe auf dem Gelände gehalten. Versorgt werden die Tiere von einem Hirten. Die Kinder erhalten frische Milch, der Rest wird in dem Ort verkauft. Der Mist wandert direkt in die Biogasanlage, die den Brennstoff zum Kochen liefert. Zusätzliche Energie liefern zwei Sonnenspiegel, die die Sonnenstrahlen bündeln. Es gibt eine Apotheke, Gemüseanbau, eine Mangoplantage, eine Produktionsstätte für Seile und Kordeln und einen Fischteich. Irgendwann soll die Schule sich finanziell alleine tragen können, erläutert Ganga Ram seinen Plan.

Biogasanlage

Seit Neuestem werden in einem angemieteten Raum in Siraha gehörlose Mädchen ganztägig unterrichtet. Jedoch kehren diese abends wieder zu ihren Familien zurück. Für Mädchen wäre es in der Gesellschaft nicht schicklich, außerhalb der Familien zu leben. Die Lehrer, die selbst nicht gehörlos sind, wandern in die umliegenden Dörfer und unterrichten dort in den betroffenen Familien. Dabei erlernen auch Familienangehörige die Gebärdensprache. Bei ihren Besuchen entdecken sie dann manchmal gehörlose Kinder. Diese werden auf Grund ihrer Gehörlosigkeit für geistig zurückgeblieben gehalten. Die Familien sind froh, den wahren Grund zu erfahren, können die Kinder doch jetzt gezielt gefördert werden.

Bis zur fünften Klasse wird in der Schule unterrichtet. Ganga Ram: "Nach und nach wollen wir weitere Klassenstufen ergänzen. Als Nächstes wird es auch eine sechste Klasse geben. Irgendwann wollen wir unsere Kinder bis zum Schulabgangszeugnis ("SLC") führen, damit sie nicht auf andere Schulen wechseln müssen."

Schulhaus

Corinna Winterroll aus Berlin hat einen Monat in der Schule verbracht. Sie hat den Schulalltag erlebt und dort jeden Tag mitgearbeitet. Begeistert berichtet sie von der erlebnisreichen Zeit: "Nach der Schule habe ich mit den Schülern Zwiebeln in dem Schulgarten gepflanzt, manchmal Badminton oder Carambol gespielt. Nach sechs Uhr wurden dann die Schularbeiten erledigt. Den ganzen Tag konnte ich sehen, wie im unteren Stockwerk Medikamente an Patienten ausgegeben wurden. Einige schienen dafür etliche Stunden angereist zu sein. Audiogramme oder vorbeugenden Ohrenuntersuchungen wurden durchgeführt. Ganga Ram hat mich auch zu den mobilen Gesundheitscamps auf seinem Motorrad mitgenommen. Mitten auf den Feldern wurde über Gesundheitsvorsorge informiert und Medikamente ausgegeben. Einmal wurden Schüler mobilisiert, mit Bannern und Sprechchören zur Gesundheitsaufklärung durch die Dörfer zu ziehen. Als Deutsche wurde ich dann oft auch angesprochen und sollte über mein Land berichten."

Sechzehn Gehörlosenschulen gibt es derzeit in Nepal, fünf davon sind staatlich. Die restlichen werden über Spenden oder Eigenmittel finanziert. Nach einer Schätzung soll es eine halbe Millionen Gehörlose in Nepal geben.

Weitere Informationen:
Eine Welt Gruppe Wardenberg
Cordula Rau
Eelder Straße 2
26203 Wardenberg
E-Mail: Cordula.rau@freenet.de

Corinna Winterroll
E-Mail: corinnawinterroll@hotmail.com

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Johanna's Resort Home

Interview mit Margot Jaffé, Hotelinhaberin in Pokhara

Margot Jaffé betreibt mit ihrem Mann G. B. Dewan das Hotel Johanna's Resort Home am Rande von Pokhara. Wir wollen wissen, wie die Saison läuft und sprechen mit Margot Jaffé per Skype.

Wie läuft die Saison bei euch?
Im Moment habe ich viel zu tun. Zurzeit manage ich das Hotel alleine, weil mein Mann Dewan wegen eines Krankheitsfalles zu seiner Familie in den Osten von Nepal musste. Im Moment sind viele Touristen hier in Pokhara. Auch in den Trekkingorten ist viel los. Muktinath ist im Augenblick kein Ort, wo man die "Seele baumeln lassen" kann.

Die Auslastung ist in der gesamten Saison sehr dem Zufall überlassen. In Pokhara gibt es an der Seeseite ("Pokhara Lake Side") sehr viele Hotels. Es gibt immer wieder Stoßzeiten. Auch dieses Jahr haben wir wieder sehr nette Gäste, aber rein zahlenmäßig ist es weniger geworden. An meinen Analysen muss ich festmachen, ob wir hier weitermachen oder nicht.

Die Anzahl der deutschen Touristen scheint rückläufig zu sein. Es kommen mehr Touristen aus China und Indien, was die offizielle Statistik aufwertet. Nach meiner Beobachtung sind auch die großen Fünfsternehotels nicht so gut ausgebucht, wie es publiziert wird.

Unser Hotel ist nicht ganz so einfach zu erreichen. Die Gäste sollten sich vorher mit uns in Verbindung setzen. Wenn jemand am Busbahnhof in ein Taxi steigt und unsere Adresse dem Taxifahrer zeigt, wird er diese nicht kennen und stattdessen versuchen, die Gäste zu einem der Hotels an der Seeseite zu bringen. Eine Gruppe von Gästen kommt morgen, und die haben sich einen Geländewagen genommen, um hierher zu kommen. Das ist aber nicht notwendig. Wir können das organisieren, den Transfer aber nicht kostenlos anbieten.

Phewasee

Was viele interessiert ist, wie die Verordnung gehandhabt wird, dass sich ein Besucher immer einen nepalesischen Führer mitnehmen muss, wenn er in die Nationalparkgebiete wandern will.
Dies wird auch so praktiziert. Das wurde im Herbst 2011 eingeführt. Das ist obligatorisch, zum Beispiel für die Annapurnarunde oder die Langtangroute. Aber nicht für alle Gebiete. Um Pokara herum können die Strecken ohne nepalesischen Begleiter gelaufen werden. Aber für die Berge und das Basislager ist das notwendig.

Die Touristen, die zu euch kommen, – wissen sie das bereits und haben jemanden, der sie begleitet?
Wir können eine Trekkingagentur empfehlen, die wir gut in Blick haben und bei der mein Mann Dewan schauen kann, ob es fair zugeht. Aber meine Hand kann ich dafür natürlich nicht ins Feuer legen.

Annapurnarange

Wäre es ausreichend, mit einem Freund zu wandern, der die nepalesische Staatsangehörigkeit hat?
Nein, es muss ein lizensierter Bergführer sein, der mit einer Trekkingagentur verbunden ist. Das hat auch versicherungstechnische Gründe. Wenn dem Bergführer etwas passiert, ist er über die Agentur versichert. Das ist neu. Die meisten haben nicht gewusst – weil ja auch nicht so viel passiert ist – , dass sie für den Bergführer verantwortlich sind. Wenn ihm etwas passiert wäre, hätten sie seine Familie entschädigen müssen. Es sind ja meistens Familienväter, die diese Arbeit machen. Das hat in der Vergangenheit zu ganz unglücklichen Situationen geführt.

Gab es Fälle, wo Gäste zurückgewiesen wurden, weil sie keinen Begleiter hatten?
Ist mir nicht bekannt. Aber unsere Gäste werden natürlich von uns informiert. Viele regen sich darüber am Anfang auf. Vor allem jene, die es gewohnt sind, alleine zu gehen. Für die ist es dann schon eine große Umstellung, aber letztendlich wird es akzeptiert.

Friedensstupa

Trägt die Verordnung zur Sicherheit bei?
Na ja, so schnell geht es nicht. Zur Sicherheit gehört noch mehr als ein Begleiter. Wichtig ist die Versorgung, wenn etwas passiert, und dazu bedarf es mehr als einen nepalesischen Begleiter. Die Touristen sollten ihre Versicherungsunterlagen dabeihaben und sich bei der Botschaft registrieren lassen, um den Ablauf der Rettungsaktion möglichst reibungslos zu gestalten. Dazu gehört auch, dass die Mobilfunknetze weiter ausgebaut werden, damit im Notfall eine Verbindung da ist. Die großen Expeditionen betrifft das weniger, weil diese ja schon immer ihre Satellitentelefone dabeihatten.

Was berichten die Gäste von den Straßenbauarbeiten rund um den Annapurna?
Die Straßenbauarbeiten auf der Manangseite sind noch nicht so weit vorgedrungen. Auf der anderen Seite von Beni nach Muktinath habe ich von denjenigen, die dort gefahren sind, nicht sehr viel Gutes gehört. Die Straße ist nach dem Monsum in einem schlechten Zustand.

Für diejenigen, die hier wandern wollen, ist Andrées de Ruiter im letzten Jahr die ganze Strecke mit seiner nepalesischen Frau abgelaufen, ohne die Straße zu benutzen. Zum Übernachten ist es immer wieder notwendig, zu den Orten an der Straße zurückzukehren. Einen Reiseführer gibt es hierzu auch im Handel (Trekking the Annapurna Circuit including new NATT Trails which avoid the road). An unsere Trekkingagentur habe ich die Informationen weitergegeben. Ich denke, dies ist eine sehr wertvolle Information.

(Leider bricht die Skypeverbindung ab. Der Strom im Hotel ist ausgefallen. Gerade zu diesem Thema hätten wir gerne gefragt, wie rücksichts- und verständnisvoll sich Gäste verhalten, wenn es darum geht, Wasser und Strom zu sparen. Unsere Leser werden es sicherlich sein. Vielen Dank für das Gespräch!)

Johanna's Resort Home, Pokhara-15 Tutunga


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Natalie Schwaiger und Urmila Chaudhary

Literatur aus Nepal – und über Nepal

Ein Mädchen großzuziehen ist
wie den Garten des Nachbarn zu gießen


Das nepalesische Sprichwort sagt viel über den Stellenwert eines Mädchens in der armen ländlich geprägten Bevölkerung Nepals: Natürlich sind Mädchen von klein an eine Hilfe im Haushalt und auf dem Feld, doch irgendwann müssen sie für viel Geld ausgesteuert werden damit sie verheiratet werden können – und dann ziehen sie in die Familie des Mannes.

Da kann es schon verlockend sein, das Mädchen als "Kamalari" – eine, die hart arbeitet – wegzugeben an eine reiche Herrschaft, wo es ja auch nichts anderes macht als zu Hause: im Haushalt helfen und vielleicht – so versprechen es zumindest die Mittelsmänner – vielleicht sogar zur Schule gehen kann. Und als Ausgleich dafür ein Esser weniger und eine Summe meist bitter benötigten Bargelds auf der Hand oder die Tilgung einer schon bestehenden Schuld beim Landlord. Ein Verfahren, das besonders unter den landlosen Kamaiyas in den Distrikten im Südwesten Nepals entlang der indischen Grenze gang und gebe war – und auch heute noch ist, obwohl die Leibeigenschaft seit 2001 offiziell abgeschafft worden ist.

Die kleine Urmila wird mit sechs Jahren von einem "reichen und einflussreichen" Mann gekauft und an seine Tochter nach Kathmandu "verschenkt", wo sie von frühmorgens bis spätabends in einem Haushalt von sechs Erwachsenen und sechs Kindern arbeitet – teilweise noch an andere Verwandte ausgeliehen und später an eine reiche Tante weiterverschenkt wird.

Nach elf Jahren erfährt Urmila bei einem Besuch in ihrem Heimatdorf von einer Organisation, die sich der ausgebeuteten Kamalari-Mädchen annimmt und ist mutig genug hinzugehen und um Hilfe zu bitten, mutig genug auch, sich danach ihrem Bruder zu widersetzen und nicht nach Kathmandu zurückzukehren, obwohl ihr dort inzwischen ein "Gehalt" und vieles andere mehr versprochen wurde. Sie wird von der Organisation unterstützt, gefördert und im Kampf gegen die "Kamalari"-Praxis eingesetzt. Und endlich verwirklicht sich auch ihr größter Wunsch: Sie kann die so sehr vermisste Schulausbildung nachholen.

Sklavenkind

Die Münchner Journalistin Nathalie Schwaiger hört von Urmila und ihrem Schicksal, und gemeinsam schreiben sie ihre Geschichte auf: die Geschichte einer "Kamalari", einer von Abertausenden, die es in Nepal gab und einer von immer noch Tausenden, die es auch heute noch gibt.

Herausgekommen ist ein Buch, das trotz seines etwas reißerischen Titels "Sklavenkind" und Untertitels "Verkauft – verschleppt – vergessen – Mein Kampf für Nepals Töchter" in einer schlichten und unprätentiösen Sprache erzählt und dabei zu Recht auf die Wirkung der Fakten vertraut und auf arges Ausschmücken verzichtet, das historische und kulturgeschichtliche Einschübe zulässt, wo es nötig ist, ohne allzu oberlehrerhaft daherzukommen oder die autobiographische Perspektive des Tharu-Mädchens unglaubhaft werden zu lassen.

Es ist ein lesenswertes Buch, lesenswert vor allem, weil es nicht beim Entsetzen über die gedankenlosen Reichen, über das schreckliche Schicksal des armen kleinen Mädchens und der Freude über ihre Befreiung aufhört sondern auch zeigt, welche Lösungen unter den gegebenen gesellschaftspolitischen Bedingungen möglich sind. Das alleinige Verbot der Leibeigenschaft ist noch keine Lösung, vielmehr bedarf es anderer Schritte wie zum Beispiel der leichteren Zugänglichkeit zu Kleinkrediten, es bedarf differenzierter Ausbildungsangebote und Hilfe bei Existenzgründungen, damit Töchter nicht mehr aus wirtschaftlicher Not heraus verkauft werden. Hierbei gibt das Buch interessante Einblicke in die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen wie SWAN, Plan International und FNC – und deren verdienstvolle Arbeit wiederum gibt zu großer Hoffnung Anlass: Hoffnung auf ein Umdenken in der Gesellschaft und ein Nepal, in dem alle Töchter eine Stimme haben.

Choriko Aawaz – Die Stimme der Tochter

Jetzt habe ich verstanden,
Ohne Kampf geht es nicht im Leben.
        Ich bin auch ein Kind von Euch,
        Warum bevorzugt Ihr meinen Bruder?
Jetzt habe ich verstanden,
Ohne Kampf geht es nicht im Leben.
        Für ein paar Säcke Reis habt Ihr mich hergegeben,
        Ich bin doch kein Tier, warum habt Ihr mich für Geld verkauft?
Jetzt habe ich verstanden,
Ohne Kampf geht es nicht im Leben.
        Lasst mich in Ruhe zur Schule gehen,
        Denn wenn ich sie beendet habe, sorge ich für alle armen Menschen.
Jetzt habe ich verstanden,
Ohne Kampf geht es nicht im Leben.

                            Lied von Urmila Chaudhary
                            Aus dem Nepali übersetzt von Sunita Karki

Das Vorwort zu dem Buch hat Senta Berger geschrieben, die als Schirmfrau der "Because I Am a Girl"-Kampagne von Plan International 1998 Nepal besucht und dort miterlebt, wie bevorzugt die Buben behandelt und wie viel Arbeit und Verantwortung schon den ganz kleinen Mädchen aufgeladen wird. Sie hat den Text auch als Hörbuch (erschienen im Verlag Audio Media) eingelesen.

von Johanna Wernicke-Rothmayer

Sklavenkind
Verkauft, verschleppt, vergessen – Mein Kampf für Nepals Töchter
Von Urmila Chaudhary und Natalie Schwaiger
Verlag Droemer Knaur 2011, München
ISBN 978-3-426-65497-2

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Aktivitäten unserer Mitglieder

Seit 2006 bietet Kamal Niraula nepalesische Spezialitäten im Restaurant Om an.

Krisha Sthapit lehrt neben ihrem Studium an der TU Berlin Nepalesisch an der Sprachenschule Sprachenatelier.

Margot Jaffé aus Somborn betreibt am Fuße des Himalaya in Pokhara ein Hotel.

Rajendra Sthapit ist beeidigter Übersetzer für Nepalesisch und Referent für Landeskunde, Sprache und Übersetzung.

Carola Neitzel spielt auf verschiedenen Theaterbühnen in Berlin und gibt Schauspielunterricht.

Alle weiteren Informationen zu den Aktivitäten unserer Mitglieder finden Sie hier.

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Kontakt:

Nepali-Deutsche Gesellschaft
Eosanderstraße 13
10587 Berlin

Berliner Sparkasse
Kontonummer: 730 030 547
Bankleitzahl: 100 500 00

Vereinsvorstand:

Vorsitzender : Torsten Frank
Stellvertreter: Birat Niraula
Geschäftsführer: Rajendra Sthapit
Schatzmeisterin: Andrea-Regina Lang

Newsletter October 2012


Deutsche Version

Cho Oyu

Content:


Message from the Editors
School for the Deaf - Siraha Association for the Deaf
Interview with Margot Jaffé, Hotelmanager in Pokhara
Literature from Nepal and about Nepal
Activities of our members

Message from the Editors

At present the most important hindi festival "Dasain" will be celebrated allover Nepal. The prayers will go in the early morning to the temples and families will come together to celebrate. Streets are decorated and in the bazaar the varieties of fruits, sweets, food which is offered has dramatically expended. The temperature is moderate all over the country and the sun always shines: For many Nepalis those days are the most beautiful. All of you and especially those who are not able to celebrate with their families in Nepal we wish "DASAIN SUBHA KAMANA!"
Also in this newsletter we will report about people, organizations and recent literature. Enjoy reading.

Event notes

Artmandu - Kathmandu International Art Festival
On Wednesday 21 November 2012 second Kathmandu International Art Festival open its gates.

Kathmandu International Art Festival

The Nedeg newsletter will regularly report on cultural events and our project partners in Nepal, including dates and venues. If you are not receiving the newsletter directly, you may register here now. Relevant information regarding dates, events or new publications may be forwarded to: nedeg_redaktion@yahoo.com.

Editorial staff: Torsten Frank, Dr. Johanna Wernicke-Rothmayer, Andrea-Regina Lang, Don Baerg, Susan Evers


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Deaf children at school

School for the Deaf - Siraha Association for the Deaf

Ganga Ram Yadaf was one of the best-liked employees at the eye clinic in Lahan, a provincial town in eastern Nepal in the Siraha district. The landscape here is flat and seasonally paddy fields stretch to the horizon. Temperatures can easily reach 50° C during the dry season. The border with India is only 20 km away.

At the age of 18 Ganga Ram became deaf due to an illness and his life seemed to take a bad turn. We had the opportunity to speak with him in Berlin on his way back from a congress for the deaf in Erfurt, Germany.

"Children would throw stones at me when I couldn't understand them", he reported. In this situation he swore he would achieve something good in his life in spite of his handicap. With this vision he decisively carried on with his life: He learned sign language and to read both Nepali and English from the lips. Today, he is the Director of the School for the Deaf in Siraha and President of the Siraha Association for the Deaf.

The conception and construction of the school has been supported since 2002 by the director of the eye clinic in Lahan, Dr. Henning from Germany, and the One World Group in Wardenberg. The group was also able to take up contact with the Bingo environmental lottery broadcast by the Norddeutsche Rundfunk TV network, which provided a large part of the building funds. Today, 45 deaf boys live in the adjoining boarding school and are instructed by four teachers.

Bingo environmental lottery broadcast by the Norddeutsche Rundfunk

Cordula Rau and her father from the One World Group in Wardenberg are still actively supporting the initiative, reports Ganga Ram thankfully. A large part of the operating costs are covered by donations. At the same time, the school is trying to become financially more independent on the basis of its own activities.

Biogas plant

Currently, four cows are kept on the grounds and the animals are tended by a herder. The children receive fresh milk and the surplus can be sold in the village. Dung is fed directly into the biogas digester which supplies fuel for cooking. Additional energy is won by means of two solar mirrors. Other activities include a small pharmacy, vegetable cropping, a mango orchard, a fish pond and rope is manufactured. Someday the school will be able to be financially self-supporting, says Ganga Ram confidently.

Bis zur fünften Klasse wird in der Schule unterrichtet. Ganga Ram: "Nach und nach wollen wir weitere Klassenstufen ergänzen. Als Nächstes wird es auch eine sechste Klasse geben. Irgendwann wollen wir unsere Kinder bis zum Schulabgangszeugnis ("SLC") führen, damit sie nicht auf andere Schulen wechseln müssen."

School

Recently, a rented room in Siraha has been used to teach deaf girls who return to their homes evenings. It would not be prudent to allow girls to live outside of the family circumstances. The teachers - who are not deaf - also go to the surrounding villages and teach families how to cope with the situation, and thereby also to learn sign language. During these visitations other deaf children are also identified who in many cases are considered to be mentally handicapped. The families are happy to find that this is not true and the children can be specifically assisted.

The school provides instruction up to the 5th grade. Ganga Ram states, "With time we intend to introduce more advanced classes. The 6th grade will be offered soon. Someday we hope to award the SLC (school-leaving) certificate in order that the students can switch to other schools."

Corinna Winterroll from Berlin spent one month in the school. She intensively experienced everyday life there. Enthusiastically she reports about the rich experiences. "After school hours I planted onions with the pupils in the school garden, and occasionally played badminton and carroms. School work was started at 6 o'clock. The whole day I was able to observe medications being distributed to patients on the lower floor. It appeared that some had been travelling for many hours. Audiogrammes or ear examinations were carried out. Ganga Ram took me along on his motorcycle to visit mobile health camps. In the middle of the fields health checks were undertaken and medications distributed. Once, children had been mobilized for the purpose of enlightening the population on various health measures by way of banners and chants. Being a German, I was often encountered and asked to give people information about my country."

At present, there are 16 schools for the deaf in Nepal, of which five are government-operated. The remainder are financed by donations or own means. According to an estimate, 500,000 deaf people are living in Nepal.

For further information:
Eine Welt Gruppe Wardenberg
Cordula Rau
Eelder Straße 2
26203 Wardenberg
E-Mail: Cordula.rau@freenet.de

Corinna Winterroll
E-Mail: corinnawinterroll@hotmail.com

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Johanna's Resort Home

Interview with Margot Jaffé, Hotelmanager in Pokhara

Margot Jaffe manages a hotel, Johanna's Resort Home, with her husband on the outskirts of Pokhara. We would like to know how the present season is working out and speak with Margot via Skype.

How is this holiday season going for you?
At the moment I have a lot of work. Now, I am managing the hotel alone because my husband had to travel to eastern Nepal due to illness in the family. At present, there are many tourists here in Pokhara. The trekking locations are also very busy. Muktinath is presently no place where a person can "let one's soul wander".

The number of bookings is more or less a matter of chance. There are many hotels on Pokhara's lakeside. Peak periods occur rather spontaneously. This year we also have many friendly guests, but regarding numbers there are less registered. According to my analysis I have to calculate whether we should continue operations.

The number of tourists from Germany appears to have gone down. More tourists are coming from China and India, which the official statistics attempt to stress. From my observations, the large five-star hotels are not so well booked out as is being publicized.

Our hotel is not so easy to reach. Guests have to take up contact with us ahead of time. When one takes a taxi at the bus depot and shows the address to the taxi driver, he will not know where it is and tries to take the people to other hotels at the lakeside. A group is arriving tomorrow and they have hired a jeep to get here. That is really not necessary. We are in a position to organize it but we cannot provide transportation for free.

Phewalake

What many readers would like to know is how the law deals with the new directive that a trekker has to have a Nepali guide when he intends to go trekking in the National Park area.
This is now the practice. The stipulation was introduced in autumn of 2011. It is obligatory, in particular for the Annapurna round or the Langtang trail. But not for all regions. In the Pokhara vicinity the treks may be negotiated without a Nepali guide. But for the mountains and the Base Camp it is mandatory.

Do the tourists who come to you have someone in mind who will accompany them?
We can recommend a trekking agency that we keep an eye on and which my husband can ensure that the price and service is fairly carried out. Naturally I don't want to risk getting my hand burned.

Annapurnarange

Would it be sufficient if I would ask a Nepali friend to accompany me on a trail?
No, it must be a licensed guide attached to a trekking agency. This is due to insurance matters. If a guide has an accident he is covered by the agency. This is a new measure. Most people were not informed - since very little has happened - that they are responsible for the guide. If something had happened to him, the tourists would have to think of something to compensate his family. Usually family fathers undertake this type of work. This has led to very unfortunate situations in the past.

Have there been cases of the trekkers being turned back when they had no guide with them?
To date I have not heard of this happening. But we instruct our guests about this issue. Many get upset about it when they first are told. Especially those who are used to going on their own. It is a matter of adjustment, but in the end it is accepted.

World Peace Stupa

Does the ordinance contribute to the safety of the trekkers?
Well, things do not go so quickly. Safety means much more than merely accompanying trekkers. Very important is the medical care of the victims, when something happens and this requires more than having a Nepali guide. Tourists should have their insurance papers with them and be registered at the German Embassy in order to allow rescue operations to be carried out as smoothly as possible. This also means that mobile phone connections need to be set up so that in the case of an emergency there will be communication. The larger expeditions are not seriously affected, since those have always used satellite phones.

What do guests report about road construction work around the Annapurna?
Construction works on the Manang side have not progressed significantly. Regarding the other side of Beni towards Muktinath, I have not heard much good news. After the monsoon the road has deteriorated considerably.

To inform those who would like to go trekking here, Andres de Ruiter did the entire tour without using the road. For accommodation, one has to return to the locations along the road. A good tour guide book offering relevant information is available from the publishers (Trekking the Annapurna circuit including new NATT Trails which avoid the road). I have also informed our trekking agency about it. I think this provides a valuable background.

(Unfortunately, the Skype connection was disrupted at this point. The electricity grid broke down. Regarding this theme, I would have liked to ask how considerate the guests are in terms of saving water and electricity. Our readers would certainly be mindful, we hope. Thank you for this conversation.)

Johanna's Resort Home, Pokhara-15 Tutunga


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Natalie Schwaiger and Urmila Chaudhary

Literature from Nepal and about Nepal

Raising a Girl is
like Watering the Neighbor’s Garden


This Nepalese saying reveals a lot about the worth of a girl among the poor rural population of Nepal: from a young age girls are of course a help at home and in the fields, but there comes a time when they have to be outfitted at great cost so that they can marry, and then they move in with the husband’s family.

So it can be tempting to give the girl away as a "Kamalari" (one who works hard) to rich people, to help as she did at home and perhaps, as the middle men at least promise, to attend school. As compensation the family has one less person to feed and they receive either cash in hand or a debt to their landlord is paid off for them. Although this form of bondage was officially forbidden in 2001, the practice is still common, especially among the Kamaiyas, who possess no land and live in the southwest of Nepal along the Indian border.

At the age of 6 Urmila was bought by a "rich and influential" man and given to his daughter in Katmandu, where she worked from early morning till late in the evening in a household of 6 adults and 6 children and was loaned out to other relatives and later given to a rich aunt.

After 11 years Urmila, on a visit to her village, heard of an organization that takes in exploited Kamalari girls, and she bravely sought help from them, standing up to her brother and refusing to go back to Katmandu although she was promised a salary among other things. Given support and aid by the organization, she took up the struggle against the "Kamalari" practice. And she finally realized her greatest wish--to get an education.

Sklavenkind

The Munich journalist Natalie Schwaiger heard about Urmila, and together they wrote down her story, the story of a "Kamalari", one of many thousands from Nepal’s past and present.

Choriko Aawaz—a Daughter’s Voice

Now I understand,
Without a fight life isn’t possible.
        I am also your child,
        Why do you favor my brother?
Now I understand,
Without a fight life isn’t possible.
        For a few sacks of rice you gave me away,
        I am not an animal - why have you sold me for money?
Now I understand,
Without a fight life isn’t possible.
         Let me go to school,
         For when I finish, I’ll care for all the poor.
Now I understand,
Without a fight life isn’t possible.

                Song by Urmila Chaudhary
                From Sunita Karki’s German translation

The book’s forward was written by Senta Berger, patron of Plan International’s "Because I Am a Girl" campaign, who visited Nepal in 1998 and personally experienced how boys are given preferential treatment and how much work and responsibility the little girls have to take on. Berger also recorded the audio book (audio media Verlag).

by Johanna Wernicke-Rothmayer

Slavenkind.
Verkauft, verschleppt, vergessen – Mein Kampf für Nepals Töchter.
Von Urmila Chaudhary and Natalie Schwaiger
München: Droemer Knaur Verlag 2011
ISBN 978-3-426-65497-2

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Activities of our Members

Since 2006, Kamal Niraula is offering Nepalese specialties at the restaurant Om.

Anlongside her studies at the TU Berlin, Krisha Sthapit teaches Nepalese at the language school Sprachenatelier.

Margot Jaffé from Somborn runs a hotel at the foot of the Himalayas in Pokhara.

Rajendra Sthapit is a certified translator for Nepalese and a consultant for geographical studies, language and translation.

Carola Neitzel performs on several different theatre stages in Berlin and teaches acting classes.

Any further information regarding our members' activities you'll find here.

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Contact

Nepal-German Association
Eosanderstraße 13
10587 Berlin

Bankaccount
Berliner Sparkasse
Account number: 730 030 547
Bank code: 100 500 00

Executive

Chairman : Torsten Frank
Vicechairman: Birat Niraula
Generalmanager: Rajendra Sthapit
Treasurer: Andrea-Regina Lang

© 2006-2016 NEDEG e.V. letzte Aktualisierung: Dezember 2016.