Newsletter September 2014


English Version

Dhaulagiri - Annapurna Süd

Die Themen:

Newsletterredaktion
Frauenprojekt "Jin Shin Jyutsu", Nepal vom 15. bis 30.04.2014
Mit Kinderaugen gesehen
Literatur aus Nepal – und über Nepal
Aktivitäten unserer Mitglieder

Newsletterredaktion

Liebe Leser,
die Redaktion freut sich, den September-Newsletter zu publizieren. Darin lesen Sie die Berichte über zwei Frauen, die in Nepal seit vielen Jahren helfend tätig sind, finden eine neue Literaturkritik und viele, viele Bilder vom Karneval der Kulturen und dem Nedeg-Ausflug nach Lübbenau mit einem Besuch im Nepal-Laden von Dorit Robarick.

Viel Spaß beim Lesen und Betrachten!

Karneval der Kulturen

Karneval der Kulturen
Auch in diesem Jahr haben die nepalesischen Studenten wieder am Karneval der Kulturen mitgewirkt. Bilder vom Umzug sind hier hier zu sehen.

Frank Meyke

Zu einem Interview mit dem deutschen Botschafter a.D. in Nepal, Frank Meyke, trafen wir uns im Restaurant OM in Berlin-Moabit. Das Interview wird in der nächsten Ausgabe abgedruckt.

Nedeg Sommerausflug
Ein wunderschöner Sommerausflug hat uns nach Lübbenau geführt. Bilder von der Paddeltour durch den Spreewald sind hier zu sehen.

Spreewald

Veranstaltungs- und andere Hinweise:

Nedeg MHA PUJA 2014
Dieses Jahr feiern wir MHA PUJA am 26. Oktober ab 14 Uhr im russischen Theater in der Kulturbrauerei, Prenzlauer Berg Berlin.

Mha Puja

Das Newsletter-Team
Der Nedeg-Newsletter berichtet regelmäßig über kulturelle Themen und über unsere Projektpartner in Nepal und weist auf Termine hin. Wer den Newsletter noch nicht direkt zugesendet bekommt, kann sich hier anmelden. Wichtige Hinweise auf Termine, Veranstaltungen oder neue Publikationen senden Sie bitte an nedeg_redaktion@yahoo.com.

Newsletter-Redaktion: Torsten Frank, Andrea-Regina Lang, Susan Evers

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Frauenprojekt "Jin Shin Jyutsu", Nepal vom 15. bis 30.04.2014

Marlies Förster lebt seit dem Jahr 2000 in Nepal. In dieser Zeit hat sie den Aufbau von zwei Ayurveda-Zentren in Nepal unterstützt. Wir berichteten im Newsletter Mai 2011 darüber. Mittlerweile werden in den Ayurveda-Zentren mehr als sechzig nepalesische Frauen und Männer beschäftigt. Aus mehr als 110 Ländern der Welt kommen die Gäste, um die hohe Qualität der ayurvedischen Kuren in Kathmandu und Nepal zu erleben.
2006 kam Marlies in Kontakt mit Jin Shin Jyutsu. Dies ist eine Behandlungsmethode zur Harmonisierung der Lebensenergie (Qi). Jin Shin Jyutsu basiert wesentlich auf dem Halten der Finger (auch Mudras) oder Zehen und dem Berühren ("Strömen") von sechsundzwanzig postulierten Energiezentren am Körper mit den Händen oder Füßen, die mit verschiedenen Energieströmen in Verbindung stehen sollen. Auch das bewusste Atmen spielt eine Rolle. Seit fünf Jahren ist sie Schülerin von Waltraud Riegger-Krause. Da Marlies die Kombination von Ayurveda und Jin Shin Jyutsu als eine wunderbare Erfahrung erlebt, wuchs der Wunsch, dies weiterzugeben.
Als Partner wählte sie hierfür die Women Foundation in Kathmandu und sprach sich mit der Präsidentin Renu Sharma ab, einen Workshop zu organisieren. Im Newsletter Dezember 2011 und Februar 2014 berichteten wir über die Women Foundation.

Hier der Bericht von Marlies Förster über den vierzehntägigen Workshop:

Jin Shin Jyutsu ist für mich eine spirituelle Kunst, mich mit mir in Einklang zu bringen und meine eigene Wertschätzung und Selbstliebe zu spüren. Ich kenne seit 2003 die meisten Frauen und Kinder aus dem Haus der Women Foundation und stellte mir vor, wie wohltuend es für sie sein muss, an dem Workshop teilzunehmen und viel Wertschätzung zu erfahren. Ich verabredete mich mit Renu und stellte ihr mein Konzept vor. Zum Anfang will ich eine allgemeine Einführung geben, die angepasst ist an Frauen, die zum Teil nicht lesen können. Renu organsierte, dass Anupama mich unterstützte und auch übersetzte. Ich brachte meinen transportablen Massagetisch mit, dazu meine Bücher und mein großes Bedürfnis, den Frauen die Möglichkeit zu geben, sich an ihre eigene göttliche, universelle Energie zu erinnern. Mehr Vorbereitung bedarf es nicht. Jin Shin Jyutsu ist einfach.
Die Frauen aus dem Haus und in der handwerklichen Produktion der Women Foundation müssen geschützt werden. Sie haben viel Leid erfahren. Einige der Frauen kannten auch mich, was den Einstieg erleichterte. Ich erzählte ihnen, was es mit der Lebensenergie auf sich hat am Beispiel einer Autobatterie. Wir überlegten gemeinsam, wie wir unsere Batterie aufladen können, wenn die Energie blockiert ist. Wie versuchten herauszufinden, wie unsere Energie weniger und weniger wird durch unsere Gedanken, durch unsere Gefühle und dass wir aber die Möglichkeit haben, uns selbst wieder "aufzuladen" mit unseren Händen. Das "Starthilfekabel" ist unser Atem. Wir übten mit viel Lachen das Atmen. Hier war unsere Aufmerksamkeit darauf gerichtet, ob wir spüren können, wie wir uns bei jedem Ausatmen entspannen. Die Umarmung, das Fingerhalten, machte ihnen Freude. Anupama übersetzte so gut, wie es ihr möglich war. Für das "Strömen" der Finger entstand die erste Übersetzung in nepalesischer Sprache. Wir hatten eine Hand aufgemalt, und Rama übersetzte den englischen Text ins Nepali.



Am selben Tag meldeten sich zwei Frauen, dass sie behandelt ("geströmt") werden wollten. Ich hatte Listen vorbereitet, so dass ich den Namen der Frauen notierte, den Pulsschlag, die gegebenen Ströme, die Ratschläge, wie sie sich selber "strömen" können und ob ein zweiter Termin wünschenswert wäre.
Ab dem nächsten Tag bis zum letzten Tag begann ich, die Frauen zu behandeln. In den ersten Tagen jeweils fünf Frauen für fünfundvierzig Minuten. Oft war kaum eine Pause dazwischen, bis ich merkte, dass ich mehr Pausen brauchte. Ich konnte deutlich das Leid der Frauen spüren. Möglicherweise war es für die Frauen das erste Mal in ihrem Leben, dass sie eine freundliche, liebevolle, zugewandte Berührung erleben durften. Die Energie floss, und sie lagen entspannt auf der Liege.
Die Verständigung war unproblematisch. Beim "Strömen" muss man ja nicht reden, ein Lächeln genügt. Die Hauptbeschwerden, die die Frauen angaben, waren Beschwerden im gesamten Wirbelsäulenbereich, Beckenbereich, Schultern, Unterbauch und den Knien.
Unterstützt wurde ich von Carmen, die Volontärin bei der Women Foundation war. Sie erstellte die englischen Texte im Computer, korrigierte, was zu lang und zu ausführlich war, und fügte die notwendigen Bilder bei, damit auch die Frauen alles verstehen, die nicht schreiben und lesen können. Der Austausch mit ihr war sehr leicht, fröhlich, fruchtbar und hilfreich für mich.
Bis zum Ende des Workshops behandelte ich 43 Frauen und auch einige Männer. Die Mitarbeiter aus dem Buchhaltungsbereich waren neugierig geworden und ließen sich von mir behandeln.



Zur Abschlussveranstaltung unterrichtete ich noch einmal und wiederholte den modifizierten Selbsthilfekurs. Die Präsidentin der Women Foundation, Renu Sharma, leitete die Veranstaltung und brachte viel Lebendigkeit hinein. Es gelang ihr auch, die Teilnehmer über ihre Erfahrungen oder Erwartungen reden zu lassen.
Einige sagten zu Beginn der Veranstaltung, dass sie nur gekommen seien, weil man sie geschickt habe. Ein junger Mann meinte, er könne sich nicht vorstellen, dass das wirklich helfen kann: Seine Mutter ist krank, und wie er ihr dadurch helfen könnte, wenn er den Daumen halte, sei ihm nicht klar. Eine andere sagte, sie habe Sorgen, dass sie kein Geld für die Schulausbildung ihrer Kinder habe und sie sich nicht vorstellen könne, wie das "Strömen" ihr dabei helfen kann. Teilnehmer des Workshops berichteten, sie hätten die Behandlung als sehr entspannend und hilfreich erlebt. Eine erzählte, dass sie während der Behandlung so entspannt gewesen sei, dass sie Bilder gesehen habe. Buddha sei zu ihr gekommen. Dann hätte ich sie geweckt, und sie war richtig böse auf mich, weil sie das Bild verloren habe. Ein Buchhalter sagte, es sei ein so tiefes Erlebnis für ihn gewesen, dass er das wiederholen möchte. Eine andere Frau konnte sich vorstellen, durch das "Strömen" selber zur Ruhe zu kommen und dadurch auch Lösungen für ihr praktisches Leben zu finden. Renu Sharma fasste zusammen, dass die Behandlungen als sehr schön empfunden wurden und die meisten Selbsthilfeübungen praktizieren wollen. Zum Schluss redeten alle gleichzeitig, und es war eine lebendige Veranstaltung. Ich bedankte mich bei allen Teilnehmern und verteilte als Dank Süßigkeiten und kleine Geschenke. Die Frauen schenkten mir einen selbst gefertigten Schal.


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Shree Nuwar Subedithar Secondary School in Pang

Mit Kinderaugen gesehen

Nedeg-Mitglied Dr. Dorit Battermann war von 1997 bis 2003 mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) in Nepal. Dort arbeitete sie in dem Bereich Kleingewerbeförderung und als Leiterin des Programms für Nicht-Regierungsorganisationen. Sie ist nicht nur Nepal und seinen Menschen verbunden geblieben, auch ihre weitere berufliche Entwicklung wurde durch die Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit beeinflusst. Heute arbeitet sie als freiberufliche Trainerin, Team- und Projektbegleiterin sowie Referentin im Bereich "globales Lernen".
Hauptsächlich arbeitet sie an unterschiedlichen Universitäten im Feld Schlüsselkompetenzen und begleitet vor allem international zusammengesetzte Teams und Projekte. Im Themenfeld "globales Lernen" arbeitet sie mit Schüler- bis zu Seniorengruppen. Manchmal geht es nur um einen Vortrag, in anderen Fällen sind es ganze Projektwochen. Bei den Themen stehen globale Bezüge immer im Zentrum.

Hier berichtet sie über ein aktuelles Schulprojekt:

Im Februar 2013 besuchte ich verschiedene Schulen in Nepal. Eine davon, die Shree Nuwar Subedithar Secondary School in Pang, liegt in der Nähe von Baglung im Distrikt Parbat. Diese Schule ist die Partnerschule einer Göttinger Grundschule, mit der ich seit einigen Jahren zum Thema Nepal arbeite. Die zweite Schule, die ich besuchte, liegt in Bhujeghau im Banke-Distrikt, ca. zehn Kilometer von Nepalgunj entfernt. Hier sind eine ehemalige Kollegin und ein ehemaliger Kollege von mir aktiv. Außerdem besuchte ich noch die Kinder, die im Shelter der Womens Foundation in der Nähe von Kathmandu untergebracht sind.
Meine Idee war, direkt von den Kindern Material zu sammeln, das ich für meine Arbeit an Schulen hier in Deutschland verwenden kann. Also stellte ich überall die gleichen Fragen und Aufgaben. Die Kinder sollten malen, und zwar über ihr Heimatland Nepal, über ihr Dorf oder über das, was sie sich für die Zukunft wünschen. In Pang schrieben die Kinder zusätzlich noch Briefe an die Schülerinnen und Schüler ihrer Partnerschule in Göttingen.
Der Bitte, etwas über ihr Land zu malen, kamen viele Kinder in der gleichen Weise nach, unabhängig davon, ob sie in einem Dorf in den Bergen, im Terai oder in der Stadt zu Hause waren. Dutzende von Bildern mit den nationalen Symbolen Nepals wie der Flagge, dem Rhododendron oder der Landkarte sammelte ich ein. Doch einige Bilder gingen weit darüber hinaus. Sie zeigten ganze Landschaften oder zum Beispiel ganz explizit die natürlichen Ressourcen Nepals und ihre Bedeutung. Spannend für die Arbeit hier waren vor allem die Bilder, in denen die Kinder ihr Dorf oder das Haus, in dem sie wohnen, darstellten. Da wird sicher in der einen oder anderen Klasse bei den deutschen Schülerinnen und Schülern die Frage aufkommen, was da ein Kürbis auf dem Dach macht oder was es mit dem Tempel auf sich hat.
Auch wenn es vielleicht inhaltliche Unterschiede gibt, so zeigt doch die Betrachtung der Bilder einmal mehr, wie viele Gemeinsamkeiten insbesondere Kinder haben. In ihrem Eifer, die Bilder zu erstellen, unterscheiden sie sich noch viel weniger. Das gilt auch für die Berufswünsche der 4. bis 8. Klassen. Hier wie dort sind es "Lehrerin, Wissenschaftler, Arzt oder Ärztin", die das Rennen machen – nur Feuerwehrmann oder Straßenbahnfahrer waren in Nepal naheliegenderweise nicht dabei.
Während der Schulbesuche stellte ich auch einige Veränderungen im nepalesischen Schulsystem fest, das gerade reformiert wird. So werden mittlerweile alle Fächer außer Nepali von der ersten Klasse an in Englisch unterrichtet. Die augenscheinliche Folge war, dass mich auch schon die kleineren Kinder in Englisch ansprachen, um mit Stolz ihre Sprachkenntnisse zu präsentieren. Ich hab es mir dann meistens verkniffen, auf Nepali zu antworten.
Die vielen Bilder, Briefe und Basteleien, die jetzt bei mir im Arbeitszimmer liegen, sind wertvolles Material, das die Kinder aus diesen Schulen Nepals direkt zu Wort kommen lässt. Es soll in eine umfangreiche Mappe einfließen, mit deren Hilfe Lehrerinnen und Lehrer, aber auch andere Interessierte ihren Unterricht oder andere Veranstaltungen zum Thema Nepal planen und umsetzen können. Erscheinen soll die Mappe im Sommer 2015.

Kontakt: Dr. Dorit Battermann

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Samrat Upadhyay

Literatur aus Nepal – und über Nepal

Ein buddhistischer Tschechow: Samrat Upadhyay
In diesem und den nächsten Rundbriefen möchte ich den Schriftsteller Samrat Upadhyay vorstellen. Er wurde 1963 in Nepal geboren und ist in Kathmandu aufgewachsen, mit 21 Jahren in die USA übergesiedelt, vorübergehend nach Nepal zurückgekehrt, um zu heiraten und als Lehrer und Journalist zu arbeiten – 1999 Promotion in Hawai und Lehrtätigkeit am Baldwin-Wallace College in Ohio. Er lebt mit seiner Familie in Bloomington, Indiana und lehrt Kreatives Schreiben und Literatur an der Indiana University.
"Vom ersten Nepali Autor, der auf Englisch schreibt und im Westen verlegt wird!" – so wurde sein literarisches Debut 2001 angekündigt. Der Erzählband 'Arresting God in Kathmandu' wurde mit dem Whiting Writer’s Award für Nachwuchsschriftsteller ausgezeichnet und mit viel Lob in den Rezensionen bedacht, bislang gibt es Übersetzungen ins Französische und ins Griechische – aber leider nicht ins Deutsche.



The Good Shopkeeper – The Cooking Poet – Deepak Misra’s Secretary – The Limping Bride – During the Festival – The Room Next Door – The Man with Long Hair – This World – A Great Man’s House: Neun Kurzgeschichten geben einen Einblick ins tägliche Leben im Nepal um die Jahrtausendwende und damit naturgemäß Einblick in eine sich radikal ändernde Gesellschaft mit genauso radikal veränderten irdischen und spirituellen Bedürfnissen – und doch immer gleich bleibenden menschlichen Ängsten und Nöten, Illusionen und Täuschungen.
Der Titel geht zurück auf das 'Indrajatra'-Fest, das in Erinnerung an – und Entschuldigung für – die irrtümliche Verhaftung Indras jedes Jahr gefeiert wird: Der 'König der Götter' war einst ins Kathmandutal gekommen, um für seine Mutter Blumen zu stehlen, war nicht erkannt und als gewöhnlicher Dieb ins Gefängnis geworfen worden, woraus ihn seine Mutter befreien musste.
Auch wenn seit dem Erscheinen fast vierzehn Jahre vergangen sind, kann ich das Buch doch immer noch sehr empfehlen: Die Inhalte haben nach wie vor ihre Aktualität – auch eine Art urbane Universalität, und gerade für den Leser aus einem westlichen Kulturkreis fällt es angenehm auf, wie der Autor es versteht, persönliche Kenntnis und Erfahrung aus seinen nepalesischen Wurzeln distanziert durch seinen Blick von außen in seine Geschichten einfließen zu lassen. Und damit in der Lage ist, Figuren lebendig werden zu lassen, die wissen, was es bedeutet, "to live in two different worlds" – wie zum Beispiel Kanti, die vom College-Studium aus den USA in die traditionell mütterliche Fürsorge nach Nepal zurückkommt, sich gegen die Verheiratungswünsche der Mutter durchsetzen muss und gleichzeitig durch die Liebschaft mit einem Rana-'Prinzen' sich in der Welt der Reichen und Schönen wiederfindet.
Natürlich könnten die Geschichten durchaus auch in einer anderen – in jeder bürgerlichen Umgebung angesiedelt sein, einer Umgebung, wo in ähnlicher Weise Modernes und Traditionelles aufeinanderprallen, um dann notwendigerweise zu verschmelzen. Jedoch sind es die vielen Einzelheiten, die jedes Mal eine typische Kathmandu-Geschichte, erlebt von eben den dort lebenden Menschen, vor den Augen des Lesers entstehen lassen – nicht zuletzt durch die fatalistische Grundeinstellung der Figuren, die mit dem Schicksal nicht hadern, denn "… it was bound to happen. There was nothing you or I could do."
Frauen tauchen überwiegend als traditionelle und fügsame Wesen auf, Ausnahme ist die namenlose Ehefrau, die alleine zum Indrajatra-Fest geht und ihren Mann damit zur Annahme ihrer Untreue bringt, Ausbrechen ist nur den Frauen vorbehalten, die Erfahrung mit westlichen Kulturen haben. Lediglich in der letzten Geschichte "A Great Man’s House" setzt sich der Autor mit dem Thema der Gleichstellung in der Ehe ziemlich eindeutig auseinander: Nani Memsahib, die junge Frau von einem 'spiritual leader', wagt es, sich öffentlich in dessen philosophische Abhandlungen einzumischen und deren Weltfremdheit aufzudecken. Doch statt sie in eine Diskussion einzubinden, wird von den ergriffenen Zuhörern ihr Rückzug verlangt: "She’s a woman. And she doesn’t know her place."" Das ist eine starke Parabel über die Schwierigkeit junger Frauen, in einer Welt der alt gebliebenen Männer als gleichwertig anerkannt zu werden – schade nur, dass das Aufbegehren der Nani Memsahib zu nichts weiter als zu Alkoholexzessen und Nymphomanie führt. Und doch: wie bei allen Geschichten ist auch hier das Ende nicht endgültig, bleibt irgendwie doch offen – fraglich – und zur weiterführenden Interpretation dem Leser überlassen.
Wie Manjushree Thapa bevorzugt auch Samrat Upadhyay eine einfache und direkte Sprache, eine Sprache, die sich an der sorgfältigen Beobachtung orientiert und auf experimentelle Schnörkel verzichtet und deshalb gut lesbar ist. Das kann bei books.google anhand von ausgewählten Seiten gleich überprüft werden!
"Ein erfolgversprechender Einstieg, der es vom Autor geradezu verlangt, als nächstes Projekt einen Roman zu beginnen", schrieb seinerzeit eine Rezensentin.
Und das tat er auch: Upadhyays zweites Buch, der Roman "The Guru of Love" erschien 2003, wurde von Philipp Thapa ins Deutsche übersetzt und 2009 in der Edition Kathmandu verlegt. Darüber im nächsten Nedeg- Rundbrief von
                                                                      Johanna Wernicke-Rothmayer

Samrat Upadhyay: Arresting God in Kathmandu
Houghton Mifflin Company 2001
Rupa Paperback 2000
191 Seiten – Preise über amazon
ausführliche Leseprobe bei: books.google.de
der Autor im internet

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Aktivitäten unserer Mitglieder

Carola Neitzel spielt auf verschiedenen Theaterbühnen in Berlin und gibt Schauspielunterricht.

Hattie Spence hat das Projekt Sisters of Solukumbhu gegründet. Mädchen aus Solukumbhu werden durch Bildungsangebote unterstützt.

Seit 2006 bietet Kamal Niraula nepalesische Spezialitäten im Restaurant Om an.

Krisha Sthapit lehrt neben ihrem Studium an der TU Berlin Nepalesisch an der Sprachenschule Sprachenatelier.

Manfred Metz betreibt den Laden NAMASTE in Charlottenburg in der Danckelmannstraße 21a. Hier finden die Kunden ausgewählte Kleidung und Kunsthandwerk aus Nepal.

Margot Jaffé aus Somborn betreibt am Fuße des Himalaya in Pokhara ein Hotel.

Rajendra Sthapit ist beeidigter Übersetzer für Nepalesisch und Referent für Landeskunde, Sprache und Übersetzung.

Alle weiteren Informationen zu den Aktivitäten unserer Mitglieder finden Sie hier.

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Kontakt:

Nepali-Deutsche Gesellschaft
Eosanderstraße 13
10587 Berlin

Berliner Sparkasse
BIC: BELADEBEXXX
IBAN: DE94 1005 0000 0730 0305 47
Amtsgericht Charlottenburg Nr.11354 Nz

Vereinsvorstand:

Vorsitzender : Torsten Frank
Stellvertreter: Birat Niraula
Geschäftsführer: Rajendra Sthapit
Schatzmeisterin: Andrea-Regina Lang

Newsletter September 2014


Deutsche Version

Dhaulagiri - Annapurna South

Content:


Message from the Editors
Women’s Project "Jin Shin Jyutsu", Nepal, April 15-30, 2014
Seen through the Eyes of Children
Literature from Nepal and about Nepal
Activities of our members

Message from the Editors

Dear Readers,
we are pleased to be sending you the September Newsletter. In it are reports about two women who have been active in Nepal in a helping capacity for many years. In addition you will find a book review as well as many pictures from the Karneval der Kulturen and the Nedeg excursion to Lübbenau and the Nepal store of Dorit Robarick. We hope you enjoy the articles and photos.
We hope you enjoy the articles!
Your newsletter team

Karneval der Kulturen

Karneval der Kulturen
The Karneval der Kulturen (Carnival of Cultures) is a four-day urban festival that reflects Berlin’s many faces. Here are picture from the nepalese part of the parade.

Frank Meyke

Our summer interview this year was with the former German Ambassador to Nepal, Frank Meyke, in the OM Restaurant in Berlin-Moabit. The interview will appear in the next newsletter.

NEDEG Summer Excursion
This year’s summer excursion was to Lübbenau (Spreewald). Here are pictures from the boat trip through the Spreewald.

Spreewald

MHA PUJA Festival 2014
This year the MHA PUJA Festival will be held on Sunday, 26 October starting on 2 pm at Russischer Theatre Kulturbrauerei, Prenzlauer Berg Berlin.

Mha Puja

The Nedeg newsletter will regularly report on cultural events and our project partners in Nepal, including dates and venues. If you are not receiving the newsletter directly, you may register here now. Relevant information regarding dates, events or new publications may be forwarded to: nedeg_redaktion@yahoo.com.

Editorial staff: Torsten Frank, Andrea-Regina Lang, Susan Evers


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Jin Shin Jyutsu

Women’s Project "Jin Shin Jyutsu", Nepal, April 15-30, 2014

Marlis Förster has lived in Nepal since 2000, during which time she has been involved in the founding of two ayurveda centers, which we reported on in our May 2011 newsletter. The centers employ more than sixty Nepalese women and men, and guests from over 110 countries travel there to experience the excellent ayurveda treatments in Kathmandu and Nepal.
In 2006 Marlis learned about Jin Shin Jyutsu, a treatment method to harmonize life energy (Qi). Jin Shin Jyutsu is based on the holding of fingers or toes and on the contact (to "flow") of hands or feet with twenty-six postulated energy centers in the body. Conscious breathing also plays a part. Marlis, who has been a student of Waltraud Riegger-Krause for five years, wanted to share her experience of ayurveda combined with Jin Shin Jyutsu.
She chose as a partner the Women Foundation in Kathmandu and arranged with the president, Renu Sharma, to organize a workshop. We reported on the Women Foundation in previous newsletters (December 2011, February 2014).

Here is Marlis Förster on the 14 day workshop:

Jin Shin Jyutsu is for me a spiritual art which brings me into harmony with myself and enables me to perceive my own self-worth and self-love. I’ve known most of the women and children in the house of the Women Foundation since 2003 and thought how beneficial it would be for them to participate in the workshop and experience that, too. I presented my concept to Renu, with the suggestion of beginning with a general introduction tailored to the women, some of whom couldn’t read. I was offered the services of Anupama for support and translating. I brought my massage table and books, along with my wish to help the women connect to their own divine universal energy. A lot of preparation isn’t necessary because Jin Shin Jyutsu is quite simple.
The women from the house and from crafts workshop of the Women Foundation need to be treated with care as they’ve experienced a lot of suffering in their lives. That some of the women knew me helped make getting started easier. I began by comparing our life energy to an automobile battery. We considered how we could charge our battery when this energy is blocked. We tried to find out how our energy decreases through our thoughts and feelings and how we can recharge it with our hands. The jumper cable is our breath. We practiced breathing, directing our attention to trying to feel our relaxing with each exhalation. The embrace, the finger holding, made the women happy. Anupama translated as well as she could. For the “flowing” of the fingers came the first translation in Nepali. We had painted a hand and Rama translated the English text into Nepali.



On that first day two women volunteered to be treated. I had prepared lists so that I could record the names of the women, their pulse beat, the current treatment they had, suggestions as to how they could do it themselves and also if they wanted a second appointment.
Starting the next day I began treating the women and continued till the final day of the workshop. During the first days I treated five women per day for 55 minutes each with hardly a break, until I noticed that I needed more rest during the day. I could feel the suffering of the women. It was perhaps the first time for some of them that they experienced a friendly, loving touch. The energy flowed and they lay relaxed on the massage table.
Understanding wasn’t a problem. It isn’t necessary to speak during the treatment--a smile is enough. The women’s physical complaints were mainly related to the spine, pelvis, shoulders, abdomen and knees.



I was helped by Carmen, a volunteer at the Women Foundation. She typed the texts in English into the computer and edited down those that were too long, adding pictures for those who couldn’t read. Working with her was a pleasure, both fruitful and helpful for me.
I treated in all thirty-two women and also some men. The employees in the bookkeeping department were curious and allowed me to treat them, too.
At the last meeting I again went over the modified self-help program. Renu Sharma, president of the Women Foundation, moderated the event in a lively fashion and succeeded in getting the participants to speak about their expectations and experiences.
Some said they had only come to the workshop because they were sent. A young man thought it wouldn’t really help his situation—his mother was sick and he didn’t see how holding her thumb would do any good. Another woman said she was worried about not having the money for her children’s education and didn’t understand how the treatment could help her. The participants reported that they found the treatments very relaxing and helpful. One woman said that she was so relaxed during the treatment that she saw pictures and that Buddha came to her, but then she woke up and was at first angry with me because the picture disappeared. A bookkeeper said he found it such a deep experience that he wanted to repeat it. Another woman thought she could use the technique herself to find peace and solutions for her everyday life. Renu Sharma concluded that the treatments were lovely and that most of the participants would use the self-help techniques. At the end everyone was talking, and it was very lively. Finally, the women presented me with a scarf they had made themselves.

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Seen through the Eyes of Children

Nedeg member Dr. Dorit Battermann worked for the Deutscher Entwicklungsdienst (DED-German Development Agency) in Nepal from 1997 to 2003. She was responsible for small business development. She has not only remained connected to Nepal and its people but her subsequent professional development has been influenced by her experience in development work there. Today she is a freelance trainer, team and project leader as well as a consultant in the field of global learning, working mainly at universities in the area of key skills and supporting international teams and projects. In the field of global learning she works with different age groups, from elementary school pupils to senior citizens. Her work ranges from speeches through week-long projects. Topics are centered on global aspects.

Here is her report on a current school project:

In February 2013 I visited several schools in Nepal. One of them was the Shree Nuwar Subedithar Secondary School in Pang, near Baglung in the Parbat District. This school is the partner school of a Göttingen elementary school, where I’ve been working for several years on the topic of Nepal. The second school I visited is in Bhujeghau in the Banke District, about ten kilometers from Nepalgunj. Two former colleagues work there. In addition I visited children in the shelter at the Women’s Foundation near Kathmandu.
My idea was to collect materials that I could us in my work at schools here in Germany. To this end I asked the same questions and gave the same tasks to all the children. They were asked to paint pictures of their country, their village and what work they would like to do in the future. In Pang the children also wrote letters to the pupils at their partner school in Göttingen.
My request that they paint something about their country was dealt with in a similar fashion by most of the children, whether they lived in a village or the mountains, in Terai or in a city. I collected dozens of pictures with Nepal’s national symbols, such as the flag, the rhododendron and the map. However some paintings went beyond that. They showed entire landscapes or, for example, the natural resources of Nepal and their importance. Of special significance were the works with the children’s own houses or villages. These pictures will raise questions in Germany, such as why is there a squash on the roof or what kind of temple is this.
Although there are differences in what is in the pictures, they also show the many similarities children in particular have, especially in their enthusiasm to make pictures. That is also true of the career aspirations of the 4th until 8th graders. In Nepal as in Germany becoming a teacher, a scientist or a doctor is popular, but in Nepal the fireman and the tram driver aren’t among that group.
During my visit I also noticed some changes in the Nepalese school system, which has just been reformed. For instance, all subjects except Nepali are now taught in English, from 1st grade on. Even the littlest children spoke to me in English, proudly showing off their skill. I had to restrain myself from answering in Nepali.
The many pictures, letters and handicrafts now sitting in my study are valuable materials in which the Nepalese children expressed themselves. They will go into a portfolio to help teachers and others plan their lessons or events on the topic of Nepal. It will be ready in the summer of 2015.
Contact: Dr. Dorit Battermann

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Samrat Upadhyay

Literature from Nepal and about Nepal

A Buddhist Chekov: Samrat Upadhyay
In this and the next newsletter I will be introducing the writer Samrat Upadhyay. Born in Nepal in 1963, he grew up in Katmandu and moved to the USA at 21. He went back to Nepal to marry and to work as a teacher and journalist. In 1999 he received his doctorate in Hawaii, USA, and taught at Baldwin-Wallace College in Ohio. He lives with his family in Bloomington, Indiana, and teaches creative writing and literature at Indiana University.
"From the first Nepali author writing in English to be published in the west," described his literary debut in 2001. His volume of short stories, “Arresting God in Kathmandu”, won the Whiting Writers’ Award for new writers, and he was much praised in the reviews of the book, which has been translated into French and Greek but unfortunately not into German.
The nine short stories, "The Good Shopkeeper," "The Cooking Poet," "Deepak Misra’s Secretary," "Limping Bride," "During the Festival," "The Room Next Door," "The Man with Long Hair," "This World," "A Great Man’s House," give a glimpse into daily life in Nepal at the turn of the century. It portrays Nepal’s radically changing society with its citizens greatly altered needs, both secular and spiritual, as well as their old anxieties, difficulties, illusions and deceits. The title of the book refers to the annual Indrajatra Festival, which commemorates and asks pardon for the inadvertent detention of Indra, ‘the King of the Gods,’ who came to Nepal to steal flowers for his mother, and because he was not recognized, was thrown in jail like a common thief and had to be freed by his mother.
Although the book came out fourteen years ago, I can still strongly recommend it as the stories, which have an urbane universality, are still relevant, and western readers will appreciate the author’s ability to distance himself from his Nepalese roots and tell his stories from another perspective. He has created characters who understand what it means "to live in two different worlds," like Kanti, who returns from college in the USA and has to resist her mother’s wishes for her to marry.

Arresting God in Kathmandu

Of course the stories could also take place in any other middle class setting where a similar conflict between modern and traditional needs to find resolution. However, it is the many details of a typical Katmandu story playing out up there that develop before the eyes of the readers, not least through the characters fatalistic philosophy: "…it was bound to happen. There was nothing you or I could do."
Women appear mostly as traditional and compliant beings with the exception of the nameless wife who goes alone to the Indrajatra Festival, causing her husband to believe her unfaithful. Breaking away is reserved for women who have experience with western culture. Only in the last story, "A Great Man’s House," does the author deal in a clear-cut fashion with the subject of equality in marriage. Nani Memsahib, the young wife of a ‘spiritual leader,’ dares to publicly mix in his philosophical paper and to expose their unworldliness. But instead of listening to her and allowing her to participate, the surprised listeners demand her removal: "She’s a woman. And she doesn’t know her place." It is a powerful parable about the difficulty young women have to be recognized as equal in a world of old men. It is a pity that the protests of Nani Memsahib lead to nothing more than alcohol excess and nymphomania. And as with all stories, the end here is not final but remains somewhat open, in question, and left to further interpretation by the reader.
Like Manjushree Thapa, Samrat Upadhyay prefers simple and direct language based on careful observation and shunning experimental embellishment. It is very readable. You can see this for yourself—there are selected pages available on books.google.de
"A promising introduction that calls for the author to write a novel as his next project," wrote one reviewer. And so he did. Upadhyay’s second book, the novel "The Guru of Love", appeared in 2003, was translated into German by Philipp Thapa in 2009 and was published by Edition Kathmandu. I will be reviewing it in the next NEDEG newsletter.

                                                                      Johanna Wernicke-Rothmayer

Samrat Upadhyay: Arresting God in Kathmandu
Houghton Mifflin Company 2001
Rupa Paperback 2002
191 pages – Price: amazon
Sample pages: books.google.de
Author’s internet site

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Activities of our Members

Carola Neitzel performs on several different theatre stages in Berlin and teaches acting classes.

Hattie Spence has founded the project Sisters of Solukumbhu. Its purpose is to support girls from Solukumbhu with learning opportunities.

Since 2006, Kamal Niraula is offering Nepalese specialties at the restaurant Om.

Anlongside her studies at the TU Berlin, Krisha Sthapit teaches Nepalese at the language school Sprachenatelier.

Manfred Metz runs the shop NAMASTE in Charlottenburg, 21a Danckelmannstraße. There (oder: in this shop), customers have their choice among various clothing and handicraft from Nepal

Margot Jaffé from Somborn runs a hotel at the foot of the Himalayas in Pokhara.

Rajendra Sthapit is a certified translator for Nepalese and a consultant for geographical studies, language and translation.

Any further information regarding our members' activities you'll find here.

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Nepal-German Association
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