Newsletter April 2015


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Annapurnarange

Die Themen:

Newsletterredaktion
Schüleraustausch zwischen Kathmandu und Berlin
Clean-up-Nepal
Schülerfirma BATO sammelt für einen Kindergarten in Nepal
Literatur aus Nepal – und über Nepal
Aktivitäten unserer Mitglieder

Newsletterredaktion

Liebe Leser,
wie immer wünschen wir viel Freude beim Lesen!
Das Newsletter-Team

Veranstaltungs- und andere Hinweise:
Theatertipp
Sebastian Krähenbühl ist Schauspieler und arbeitet in Zürich. Aufgewachsen ist er unter anderem in Nepal. Zwischen dem dritten und achten Lebensjahr lebte er mit seinen Eltern in Patan. Sein Vater baute damals für die Helvetas Hängebrücken im ganzen Land. Im letzten Herbst hat er über seine Kindheit in Nepal ein Theaterstück gemacht.
"Es ist eine sehr subjektive Suche nach einer verlorenen Kindheit in einem fernen Land. Ein Versuch zu verstehen, was meine Eltern da gesucht haben, was die Schweizer Entwicklungshilfe dort seit sechzig Jahren versucht. Und was das alles mit mir und meinem Leben zu tun haben könnte", so beschreibt er sein Stück mit der persönlichen Sicht auf Nepal.

Nepal – Ein semidokumentarisches Road-Drama
THEATERDISCOUNTER
Klosterstraße 44, 10179 Berlin
Vorstellungen am 30. April, 2. und 3. Mai jeweils um 20.00 Uhr



Der Nedeg-Newsletter berichtet regelmäßig über kulturelle Themen und über unsere Projektpartner in Nepal und weist auf Termine hin.
Wer den Newsletter noch nicht direkt zugesendet bekommt, kann sich hier anmelden.
Wichtige Hinweise auf Termine, Veranstaltungen oder neue Publikationen senden Sie bitte an nedeg_redaktion@yahoo.com.

Newsletter-Redaktion: Torsten Frank, Andrea-Regina Lang

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Kathmandu - Berlin

Schüleraustausch zwischen Kathmandu und Berlin

Die Schule am Zwickauer Damm ist eine Schule mit dem Fördermittelpunkt "Lernen" in Berlin-Neukölln; die Mandela International School befindet sich im Herzen von Kathmandu. Zwischen beiden Schulen besteht seit 2012 eine Schulpartnerschaft. Im Rahmen des ENSA-Programs wird es jetzt möglich, dass sich die Jugendlichen, zwischen denen bereits Schriftverkehr besteht, persönlich kennenlernen.
ENSA ist ein entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm. Gefördert wird es vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.



Barbara Gutmann ist die Schulleiterin der Schule am Zwickauer Damm und die treibende Kraft hinter der Idee, einen Austausch zwischen den beiden 6400 Kilometer voneinander entfernten Schülern zu organisieren. Acht Schüler und zwei Lehrer aus Nepal sollen im September für achtzehn Tage nach Berlin kommen und hier bei Gastfamilien wohnen. "Durch das ENSA-Programm werden nur siebzig Prozent der Kosten für Flug und Unterbringung für die Schüler gedeckt. Dies bedeutet, dass wir noch eine beträchtliche Summe selbst aufbringen müssen", ergänzt die Schulleiterin nicht ganz ohne Sorgen. Um das Geld zusammenzubringen, wird es verschiedene Veranstaltungen an der Schule geben. Am 24. April lädt die Schule zu einer Informationsveranstaltung ein.



Bereits heute werden die Schüler auf den Besuch vorbereitet. Es gibt eine landeskundliche Arbeitsgemeinschaft, die von einem Nepalesen geleitet wird. Ein Tanzkurs für nepalesischen Tanz soll demnächst beginnen.
Der Schulleiter der Mandela International School, Min Shahin, war bereits vor drei Jahren in Berlin und hat im Rahmen einer NEDEG-Veranstaltung über ein privates Programm zur Verbesserung von staatlichen Schulen berichtet.
NEDEG unterstützt den Austausch, und wir hoffen sehr, dass dieses sinnvolle Programm die notwendige Unterstützung findet.

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Clean-up-Nepal

In vielen Ecken von Kathmandu, aber auch in anderen größeren Städten von Nepal, ist das Müllproblem unverkennbar: wilde Müllhalden, ganze Straßen gesäumt von herumliegenden Plastiktüten und Flussufer übersät mit Hausratsmüll.
"Clean up Nepal" ist eine Organisation von Ehrenamtlichen, die sich zum Ziel gemacht haben, die Situation zu verbessern. Die Gründerin Dr. Neelam Pradhananga hat ein solches Programm in Australien erfahren und gesehen, wie durch die Mobilisierung der Anwohner Probleme der Müllentsorgung beseitigt werden konnten.
Eine erste Untersuchung zeigte, dass es an vielen Orten in Nepal bereits spontane Säuberungsaktionen gibt, jedoch fehlt eine entsprechende Plattform und Motivation für die vielen Initiativen, dies auch dauerhaft durchzuführen und den ewigen Kreislauf von sich immer wieder auftürmenden Müllbergen zu durchbrechen. Ziel ist es, auch durch ein verändertes Bewusstsein das individuelle Verhalten zu verbessern.



"Keep Itahari Clean" wurde der erste Partner. Die Stadt Itahari liegt an der Kreuzung der Haupthandelsrouten im östlichen Nepal, rund 230 Kilometer südöstlich von Kathmandu. Die Stadt ist ein großer Umsteigebahnhof für die Busse, die sich hier aus allen vier Himmelsrichtungen treffen. Wöchentlich reinigen nun Freiwillige die Straßen, und es wurde erreicht, dass dies dauerhaft beibehalten wurde. Im September 2013 wurde die erste landesweite Clean-up-Kampagne durchgeführt. Über 15.000 freiwillige Helfer beteiligten sich daran und sammelten 84 Tonnen Müll.
"Clean up Nepal" organisiert jeden Samstag eine Kampagne zur Säuberung des zentralen Parks von Kathmandu, dem Tudikhel. Nicht nur Müll wird gesammelt, sondern auch Informationen an die Passanten gegeben. Der Wunsch der Organisation ist, "eine müllfreie Grünfläche im Zentrum von Kathmandu zu haben, wo sich die Menschen wohlfühlen".



NEDEG-Mitglied Krisha Sthapit, zurzeit als Praktikantin bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kathmandu beschäftigt, trat als freiwillige Helferin der Organisation bei. Sie entwickelte einen Fragebogen für die Haushalte in Kathmandu und beteiligte sich an der Befragung der Haushalte. Wer mehr über "Clean up Nepal" erfahren will, kann sich auch an NEDEG wenden.

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Bato

Schülerfirma BATO sammelt für einen Kindergarten in Nepal

Die Schülerfirma BATO des Robert-Koch-Gymnasiums in Clausthal-Zellerfeld hat es sich zum Ziel gemacht, durch die Organisation eines Sponsorenlaufes jedes Jahr Geld für eine Schule im Dorf Mandra in Nepal zu sammeln. Die letzten zwei Jahre hat die Schule bereits hiermit Erfahrungen gesammelt und das Geld über die Partnerschule, das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Freiberg, an das Dorf senden können.
Die Projektleiter Sabrina Walther und Gunnar Klaiber wollen das ganze Projekt in diesem Jahr auf eigene Füße stellen. Es wird nicht nur ein Hilfsprojekt gestartet werden, sondern auch ein Bekenntnis zu einer nachhaltigen Partnerschaft auf Augenhöhe gegeben. Auf der Facebook-Seite drücken die Schüler ihr Ziel klar aus: "Wir haben uns zum Ziel gemacht, in Mandra, einem kleinen Dorf in Nepal, zu helfen. Gemeinsam etwas bewegen!"
Das Bewegen ist durchaus doppeldeutig gemeint. Die Schülerfirma organisiert einen vierundzwanzig Stunden langen Sponsorenlauf. Der Sponsorenlauf funktioniert so, dass die laufenden Teilnehmer Sponsoren haben, die für jede Runde einen Geldbetrag spenden. Nicht nur Verwandte, sondern auch die örtlichen Betriebe und Handwerker beteiligen sich daran.



Die Schüler laufen nicht nur, sondern sie organisieren auch die Firma. Sie lernen ein Bankkonto einzurichten, Flyer zu entwerfen, Sponsoren anzusprechen und am Tag selbst den Lauf zu organisieren.
Der Name "BATO" ist auch dem Nepalesischen entliehen. Bato, heißt auf Nepalesisch der Weg.
Der nächste Sponsorenlauf wird am 27.Juni 2015 stattfinden.



BATO und NEDEG sind eine Partnerschaft eingegangen. Wir werden die Schülerfirma bei dem gesicherten Transfer der Gelder nach Nepal und durch Projektberatung unterstützen.


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The Royal Ghosts …

Literatur aus Nepal – und über Nepal


Samrat Upadhyay: The Royal Ghosts …

Eleven years later …
Mit diesem Epilog hatte Upadhyay 2003 seinen "Guru of Love" abgeschlossen.

Elf Jahre später …
Das war genau das Jahr 2001 – und es war die Zeit, als die Maoisten das Land bedrängten und im Königspalast der Großteil einer Königsfamilie ausgelöscht wurde.

Wieder ist der Autor ein genauer Beobachter des gesellschaftlichen Lebens in Nepal, und wieder einmal versteht er es meisterhaft, seine Geschichten vor einem sich verändernden sozialen Hintergrund und inmitten der politischen Turbulenzen des Bürgerkriegs zu realisieren – und dabei auch dem kulturellen Leben einen Raum zu geben: Oft geht es dabei um die Schwierigkeit, mit den Emotionen fertigzuwerden, wenn ungeahnte Ereignisse die ohnehin schon komplizierten Beziehungen in der Familie, in der Liebe, in der Ehe belasten: So findet Suresh, der politische Aktivist, endlich eine Freundin, mit der er reden kann und die sich nicht an seiner Größe von knapp 1,50 stört – und dann kann er die Tatsache, dass sie vorher schon eine ernsthafte Beziehung zu einem anderen hatte, nicht verkraften. Oder es geht um den Zwiespalt, in den ein liberaler, modern denkender Vater gerät, wenn die Tochter ebenso ‚liberal‘ denkt und handelt und sich in den Sohn des Schusters verliebt. Oder um das Ausrichten einer aufwändigen Hochzeit für den Peon in einer Bank, mit dem eine Freundschaft ruiniert wird und die auch dem Peon kein Glück bringt.
Einige der Geschichten enden in einer seltsamen Unvollkommenheit, die einen als Leser irgendwie mit einem Gefühl der Unzufriedenheit zurücklässt – aber nur für kurze Zeit, denn beim nochmaligen Hineindenken erscheinen die Geschichten gerade deshalb so nah am Leben, das ja auch nicht immer die ‚Enden‘ zu allseitiger Gefälligkeit abrundet.
Manchmal aber auch gibt es ein glückliches Ende – und zwar immer dann, wenn der Autor die Handlungslinie einer starken Frau überlässt. Die dann mit dem Sohn des Schusters glücklich wird. Oder dem jungen Mann mit der vielen Upadhyay-Frauen eigenen Willensstärke zeigt, dass phantastisches Aussehen nicht alles ist und die reale Liebe viel schöner sein kann als das Schmachten für eine Leinwandschönheit.
Ein sehr lesenswertes Buch!

Samrat Upadhyay: The Royal Ghosts
Stories
Mariner Books 2006, ISBN-10: 8129109158, ISBN-13: 978-8129109156
Eine Einsicht ins Buch mit einer langen Leseprobe ist über Amazon möglich.



… und Buddha’s Orphans

"Ein weiteres Stück Leben!" schrieb mir eine Freundin in das Buch, das sie mir im Sommer 2010 aus Kathmandu mitbrachte.
Und was für eins:
Es wirft den Leser unvermittelt hinein ins Geschehen:
"Raja’s mother had abandoned him on the parade ground of Tundikhel on a misty morning before the city had awakened, and drowned herself in Rani Pokhari half a kilometer north."
Gefunden und aufgenommen wird er von einer Maiskolbenrösterin, später aufgezogen von einer gemütskranken Mittelschichtsfrau, deren Mann Behörden besticht und Dokumente fälscht, um in den ‚Besitz‘ des Jungen zu kommen. So gleitet der auf wundersame Weise Gerettete durchs Leben, unterstützt und gefördert – und vor allem geliebt von der Jugendfreundin Nilu.
Wieder geben die politischen Umschwünge im ausgehenden letzten Jahrhundert in Nepal den politischen und sozialen Hintergrund, und wieder sind es starke Frauen, die die Handlungsfäden in der Hand haben: erst Nilu, die dem Protagonisten (der nicht umsonst ‚Raja‘ heißt) treu zur Seite steht und ihn auch dann beschützt, wenn er dem Leser manchmal in seiner arroganten Apathie viel Geduld abverlangt.
Später dann ist es ihre Tochter Ranjana, in deren Leben der Autor noch einmal ganz deutlich zeigt, wie schicksalhafte Ereignisse aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein wirken können, auch wenn wir gar nichts über sie wissen.
Überhaupt ist viel Schicksalsgläubigkeit in dem Buch thematisiert: der Glaube an Vorherbestimmung und das unerschütterliche Vertrauen in die Vorsehung. So wie Goma im ‚Guru of Love‘ weiß auch Nilu genau, was sie will oder besser gesagt: was ihr Schicksal ist (und nimmt es auch in die Hand). Auch in diesem Buch erklärt der Autor wieder seine große Vorliebe für starke Frauen, die sich zu den Männern hingezogen fühlen, die sie führen, leiten und beschützen können.
Darüber hinaus sind die alles umspannenden Themen des Buches die unauflösbaren Mutter-Kind-Beziehungen, seien es Adoptivmütter oder die leiblichen: bis ins Mystische reicht das starke Band, das Nilu mit ihren Kindern verbindet – bis zur letzten Buchseite hin quält sich Raja, das Findelkind, mit dem Gedanken an seine leibliche Mutter und ihr ihm unbekanntes Schicksal.
Dass der Leser in zwei eingeschobenen Kapiteln über die Hintergründe aufgeklärt wird, die dazu führen, dass eine Frau ihr Kind auf dem Tundikhel aussetzt, um sich das Leben zu nehmen, wäre nicht unbedingt nötig gewesen – vielleicht aber wichtig für den vom Autor gespannten Bogen von Wiedergeburt und Wiederholbarkeit.
Dem nepalkundigen Leser wird das Buch Freude machen, es liest sich leicht und bietet viel Einblick in das (Mittelschichts-)Leben in Nepal – wer mit Nepal nicht so sehr vertraut ist, wird über die vielen nepalischen Ausdrücke stolpern, die politischen Hintergründe zu knapp umrissen und nicht ausreichend erklärt finden – und vor allem ein Glossar vermissen.
Auch wenn das Buch den großen Wurf der einleitenden Sätze nicht so ganz bis zum Schluss durchhält, auch wenn manche Nebencharaktere doch etwas plakativ und flach geraten: das Lesen lohnt sich. Über eine Übersetzung ins Deutsche – wenngleich auf der Homepage der Indiana University, wo Samrat Upadhyay das ‚Creative Writing Programme‘ leitet, erwähnt, ist mir leider nichts bekannt.

Samrat Upadhyay: Buddha’s Orphans. A Novel
Houghton Mifflin Harcourt (1st edition),ISBN-10: 0618517502
New Delhi: Rupa Publications 2010, ISBN 978-81-291-1617-8
Eine Einsicht ins Buch mit einer langen Leseprobe ist über Amazon möglich.                                                                                                                                                       Johanna Wernicke-Rothmayer

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Aktivitäten unserer Mitglieder

Seit 2006 bietet Kamal Niraula nepalesische Spezialitäten im Restaurant Om an.

Krisha Sthapit lehrt neben ihrem Studium an der TU Berlin Nepalesisch an der Sprachenschule Sprachenatelier.

Margot Jaffé aus Somborn betreibt am Fuße des Himalaya in Pokhara ein Hotel.

Rajendra Sthapit ist beeidigter Übersetzer für Nepalesisch und Referent für Landeskunde, Sprache und Übersetzung.

Carola Neitzel spielt auf verschiedenen Theaterbühnen in Berlin und gibt Schauspielunterricht.

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Since 2006, Kamal Niraula is offering Nepalese specialties at the restaurant Om.

Anlongside her studies at the TU Berlin, Krisha Sthapit teaches Nepalese at the language school Sprachenatelier.

Margot Jaffé from Somborn runs a hotel at the foot of the Himalayas in Pokhara.

Rajendra Sthapit is a certified translator for Nepalese and a consultant for geographical studies, language and translation.

Carola Neitzel performs on several different theatre stages in Berlin and teaches acting classes.

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