Newsletter Juni 2012


Dhaulagiri

Die Themen:

Newsletterredaktion
Filmtipp: Out of the Darkness - Der Weg ins Licht
Dentalcamp in Nepal
Karneval der Kulturen in Berlin
Aktivitäten unserer Mitglieder

Newsletterredaktion

Diesmal wird unser Newsletter seine Leser in die nepalesischen Berge führen: Wir berichten über einen Dokumentarfilm, der den Weg eines Augenarztes in die Bergdörfer zeigt, in denen er Augenoperationen unter einfachsten Bedingungen vornimmt.
Auch der pensionierte deutsche Zahnarzt Emmo Martin wandert in die entlegensten Gebiete, um Patienten dort aufzusuchen, wo es keine medizinische Versorgung gibt.
Farbenfroher war diesmal der Karneval der Kulturen in Berlin: Endlich waren auch die Farben Nepals präsent. Viel Freude beim Lesen!

Veranstaltungs- und andere Hinweise:

Nepal – Fotografierte Impressionen

Am 12. Juni 2012 wird die Ausstellung mit musikalischer Umrahmung in der Stadtbibliothek Zuffenhausen eröffnet. Die eindrucksvollen Fotografien des Stuttgarter Fotografen Murat Ertem zeigen Landschaften Nepals, seine Kultur und seine Menschen.
Die Ausstellung ist vom 12. Juni bis 28. September geöffnet.



Ausstellung in Kathmandu
Seit dem 5. Juni hat die Ausstellung In Search of Peace in der Siddartha Art Gallery in Kathmandu ihre Pforten geöffnet. Es werden die Gemälde von Bhairaj Maharjan gezeigt.
Letzter Tag der Ausstellung ist der 30. Juni.
Siddartha Art Gallery, Baber Mahal Revisited, Kathmandu
Öffnungszeiten: 11 bis 17 Uhr.



Anfrage:
Der Düsseldorfer Freundeskreis der Welthungerhilfe wird sich im Herbst einem Projekt in Nepal zuwenden. Um Spenden zu sammeln und Informationen darüber zu geben, sind verschiedene Veranstaltungen geplant. Unter anderem ist ein großer Adventsbrunch mit eintausend Gästen am 9. Dezember 2012 geplant.
Für dieses Ereignis werden Musik- und Tanzgruppen aus Nepal gesucht.
Interessierte Gruppen können sich bei Saskia Zeller melden.

Der Nedeg-Newsletter berichtet regelmäßig über kulturelle Themen und über unsere Projektpartner in Nepal und weist auf Termine hin.
Wer den Newsletter noch nicht direkt zugesendet bekommt, kann sich hier anmelden.
Wichtige Hinweise auf Termine, Veranstaltungen oder neue Publikationen senden Sie bitte an nedeg_redaktion@yahoo.com.

Newsletter Redaktion: Torsten Frank, Andrea-Regina Lang

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Dr. Sanduk Ruit

Filmtipp: Out of the Darkness - Der Weg ins Licht


D 2011 / R: Stefano Levi / Mitw: Sanduk Ruit, Dr. Geoff Tabin, David Oliver Relin, Khem Gurung u. a. / OmU / 74 min.

Seit einigen Wochen läuft in Berlin der Dokumentarfilm "Out of the Darkness – Der Weg ins Licht" in kleinen engagierten Kinos. Der Film zeigt die Arbeit des Augenarztes Dr. Sanduk Ruit aus Nepal, der zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Geoff Tabin in sein Heimatdorf in den Bergen von Ost-Nepal wandert, um dort unter einfachen Bedingungen Augenoperationen kostenlos durchzuführen.
Ein Film mit vielen bewegenden menschlichen Momenten, ungekünstelt und situationsnah. Beeindruckend der tiefe Wunsch des nepalesischen Arztes, den Menschen zu helfen aus dem schlichten Grund, weil es notwendig ist und er in der glücklichen Lage ist, helfen zu können – ohne Anzeichen von Eigeninteresse und Geltungsdrang.



Der Film lief mittlerweile in zwanzig Wettbewerben und hat Preise gewonnen. Leider wurde dieser Film bisher noch nicht im Fernsehen gezeigt.
1992 wurde das Nepal Eye Programme gestartet. Die Durchführung des Programmes wurde dem Tilganga Eye Hospital in Kathmandu übertragen. Eine wesentliche Bedeutung hat dabei die Behandlung des Grauen Stars, eine Eintrübung der klaren Linse im Auge, die zu einer Verschlechterung des Sehens führt. Die häufigste Ursache ist dabei ein natürlicher Alterungsprozess der Linse, vergleichbar mit der Faltenbildung der Haut oder dem Grauwerden der Haare. Aber auch Stoffwechselerkrankungen können hierfür bei Kindern die Ursache sein. Eine solche Erkrankung ist nur operativ zu behandeln. Doch Operation und Kunstlinsen sind teuer. Dr. Ruit und dem Team ist es gelungen, eine Produktion von Kunstlinsen in Kathmandu aufzubauen, deren Kosten deutlich unter den von in Europa hergestellten liegen.



Damit auch die ärmsten Bevölkerungskreise von diesem Programm erreicht werden, gibt es "Eyecamps", in denen die notwendigen Augenoperationen in den Dörfern durchgeführt werden.
Gerade der Verlust des Augenlichtes in den steilen Bergtälern geht einher mit dem Einbüßen der Arbeitsfähigkeit. Blinde werden als "Münder ohne Hände" angesehen. Die Wiederherstellung der Sehfähigkeit gibt den Menschen wieder die Eigenständigkeit im Leben zurück. Ihre Freude darüber drücken die Menschen im Film in spontanen Tänzen aus.



Eine Veranstaltung mit dem deutschen Regisseur des Films, Stefano Levi, nutzten etliche Nedeg-Mitglieder, um Fragen zu dem Film direkt an den Regisseur zu stellen. Als angehender Arzt war Birat Niraula daran interessiert zu erfahren, warum der Regisseur einen Film aus dem medizinischen Bereich gewählt hat. Stefano Levi, ein promovierter Chemiker und Fotograf, hat Dr. Ruit in den Vereinigten Staaten kennengelernt und war von der Person, aber auch von dem Projekt begeistert. Er sieht darin eine beispielhafte humanitäre Aktion, die er dokumentieren und der Welt zeigen wollte. Als vor einem Jahr der Anruf von Dr. Ruit aus Nepal kam, dass er ein Augencamp in seinem Heimatdorf aufbauen würde, ist Stefano Levi nach Nepal aufgebrochen und hat viel Zeit und Geld in den Film gesteckt. Wie er selbst sagt, ist es für ihn "eine große Freude, dass der Film nun der Welt zeigt, dass sich Menschen gegenseitig helfen können."



Einhelliges Urteil unserer Besucher: Der Film ist beeindruckend und zeigt die Situation in den Bergen realitätsnah. Absolut sehenswert, nicht nur für Nepalfans.

www.humantouchpictures.com

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Emmo Martin

Dentalcamp in Nepal

Auch nach seiner Pensionierung überkommt den Zahnarzt Emmo Martin aus Baden-Württemberg immer wieder die Unruhe, und er packt seine Utensilien zusammen, um Menschen, die sich keinen Zahnarzt leisten können, zu behandeln.
Bis nach Afrika hat ihn diese Unruhe schon getragen. Aber am häufigsten nach Nepal. Sowohl in das heiße Terai als auch in den kalten Bergen von Dolakha hat er im Rucksack sein Behandlungsbesteck getragen. Er gehört zu den Menschen, die nicht nur ihre Zeit opfern, sondern auch alle Kosten für den Flug und den Aufenthalt aus eigener Tasche bezahlen.



Die Freude daran, helfen zu dürfen, die Freude an menschlichen Begegnungen und auch Abenteuerlust treibt ihn dazu an. Mit Nepal fühlt er sich besonders verbunden. Hier hat er mit der Women Foundation und der EcoHimal verlässliche Partner gefunden. Aber auch die Herzlichkeit der Menschen sind für ihn eine weitere Motivation, die Beschwerlichkeit einer solchen Tour auf sich zu nehmen.
Im letzten November ist er zusammen mit der Dental-Assistentin Annemarie Butz erneut nach Nepal aufgebrochen. Die Women Foundation in Kathmandu war erste Anlaufstation. Sie sorgte für die Unterkunft in Kathmandu und verwahrt die wichtigsten Apparaturen der Zahnarztausstattung bis zur Wiederkehr. Der erste Schreck war da, als sich herausstellte, dass die gut gesicherten Kisten von den Bauarbeitern unter Bauschutt vergraben wurden. Aber alles war noch in einem guten Zustand, und die Vorbereitung für die Tour konnte begonnen werden. Die technische Ausstattung wurde überprüft, und die Kinder und Frauen der Women Foundation in Kathmandu konnten zuerst von dem Besuch des Zahnarztes profitieren. "Hier konnte ich feststellen, dass die nepalesischen Ärzte in Kathmandu wirklich hervorragende Arbeit leisten", lobt Emmo Martin.



Der südwestlich von Pokhara gelegene Distrikt Gulmi war das Ziel für das diesjährige Dentalcamp. Etwa 300.000 Menschen leben in dem Distrikt. Der Hauptort ist Tamghas. Der Distrikt ist ein wichtiges Kaffeeanbaugebiet für Nepal. Kontakte für das Dentalcamp wurden von Dr. Gerda Rath von EcoHimal hergestellt.
Da insbesondere die ländlichen Gebiete medizinisch schlecht versorgt sind, müssen beschwerliche Wege genommen werden, um jene zu versorgen, die keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung haben. Die schwierigen Reiseumstände, die aber auch ein typisches Bild von der Verkehrssituation in den ländlichen Gebieten zeigen, lassen sich am besten anhand der Reiseaufzeichnung von Annemarie Butz nachvollziehen:
"Außerhalb von Tamghas endet die Straße und wechselt in eine Staubpiste. Die Reifen versinken im "Nepalpuder" und in tiefen Löchern, dass der Jeep fast aufsitzt. Nach "Rechtschwapp" Richtung Abgrund und Luftanhalten folgt ein "Linksschwapp" Richtung Berg und ermöglicht das Weiteratmen. Kleine Stopps, um Waren und Post abzugeben oder entgegenzunehmen, sind willkommene Erholungspausen. Die Bewohner in den Bergregionen nutzen diese Gelegenheiten, um Neuigkeiten auszutauschen und versammeln sich um den Jeep. Bald wird es dunkel und kalt, und wir sehen nur noch, was vom Lichtkegel angeleuchtet wird. Mit tun die Männer auf dem Dach leid. Sie tragen keine festen Schuhe und viel zu dünne Kleidung. Unsere "Trommler", die auf der Motorhaube rechts und links sitzen und Abstandzeichen zum Abgrund oder zu einem Straßenloch klopfen, frieren ebenfalls.



Die letzten fünf Kilometer zu der Krankenstation in Banjhakateri, die von der deutschen Organisation Brepal e.V. unterstützt wird, mussten die beiden an diesem Tag dann zu Fuß zurücklegen, weil der Jeep kein Treibstoff mehr hatte.
Am nächsten Tag wird die Zahnarztpraxis in der Gesundheitsstation in einem der drei Zimmer eingerichtet. Die Gesundheitsstation wird von Bishnu betrieben und ist der einzige Anlaufpunkt für Kranke in einem riesigen Gebiet. Die Kunde von dem Dentalcamp hat sich herumgesprochen, und so erschienen die ersten Patienten am Mittag. Nicht wenige haben dann bereits einen zwei- bis vierstündigen Fußmarsch hinter sich. Die Mehrzahl der Patienten plagen akute Schmerzen, so dass Zähne und Wurzel entfernt werden müssen. Da es nur für wenige Stunden Strom gibt, wird die Mundhöhle mit Stirnlampen und Taschenlampen ausgeleuchtet. Füllungen können nur am Nachmittag, wenn es Strom gibt, gemacht werden. Der Zahn muss beim Bohren mit einer Wasserspritze per Hand gekühlt werden. Da es keine Absauganlage gibt, muss die Füllung schnell fixiert und trocken gelegt werden. Alles Umstände, die nur mit der Erfahrung von Emmo Martin gut beherrschbar sind. "Die zahnärztliche Arbeit in der Bergregion, fernab der nepalesischen Zivilisation, hat ihre eigenen Gesetze. Die Haupttätigkeit besteht in der Schmerzbeseitigung", führt er dazu aus.
Einen wichtigen Teil seiner Arbeit sieht er daher in der Gesundheitserziehung. "Das Zähneputzen wird oft vernachlässigt oder mit harten Zahnbürsten übertrieben und falsch durchgeführt". Die Morgenstunden werden daher dazu verwendet, in den nahegelegenen Schulen über Zahnhygiene aufzuklären und Zahnbürsten zu verteilen.



Am letzten Tag des fünftägigen Camps kamen noch einmal dreißig Patienten, bevor die Geräte wieder vorsichtig verstaut werden und die beiden Abschied nehmen von ihren nepalesischen Gastgebern und Helfern.
Zum Abschied hinterlässt Emmo seine Zange und etliche Spritzen bei dem tüchtigen Leiter der Krankenstation, der hier so viele Menschen versorgen muss. In Zukunft kann er seine Notfallmedizin um das Zahnziehen erweitern. Das Zähneziehen hat er von Emmo lernen können. "Leider ist aber das Bohren und das Füllen von Zähnen in so kurzer Zeit nicht vermittelbar und ein zu großes Risiko für die Gesundheit der Patienten, wenn es nicht richtig durchgeführt wird", bedauert Emmo.
Es gibt viele Ärzte, die in ihrer Freizeit solche Hilfen anbieten. Dass es dabei immer auch zu Missverständnissen kommen kann, ist leider nicht ganz auszuschließen, auch das weiß Emmo Martin. Dass die medizinische Versorgung von Menschen immer höchste Sensibilität benötigt, hat er in den vielen Jahren erfahren. Er bereitet seine Camps daher immer genau vor und arbeitet stets mit Partnern vor Ort zusammen. Lernen können dann beide voneinander.
Großer Wunsch von Emmo ist, dass in Zukunft ein jüngerer Kollege in seine Fußstapfen treten wird. Auch in diesem Jahr ist im Oktober wieder ein Dentalcamp geplant.

Mehr Information:
Emmo Martin


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Karneval der Kulturen

Karneval der Kulturen in Berlin

Seit 1995 gibt es den "Karneval der Kulturen", an dem Hunderte Teilnehmer verschiedenster Nationalitäten tanzend, singend und musizierend durch die Stadt ziehen und Kreuzberg ein farbenfrohes Fest der Vielfalt feiert. Bisher fehlten allerdings die nepalesischen Farben in dem bunten Treiben.
Um dies zu ändern, hat die nepalesische Studentenorganisation auf ihrer Facebookseite nach Teilnehmern für ihre Gruppe gesucht. Es gab viel Resonanz, und schnell hatte sich eine Anzahl von Studenten gefunden, die teilnehmen wollten.
Bis dann der Zug am Pfingstsonntag starten konnte, war vieles vorzubereiten.Tanzkleider mussten organisiert werden. Wer nimmt schon ein Tanzkleid mit, wenn er zum Studium nach Deutschland kommt? Nedeg und weitere Helfer konnten die landestypischen Kostüme aus ihrem Fundus zur Verfügung stellen.
Schwieriger wurde allerdings die Vermittlung von Musikinstrumenten.Traditionelle Musiker würden niemals ihre Instrumente aus der Hand geben, heißt es doch "Musikinstrumente zerbrechen", wenn sie jemand ohne zeremonielle Ausbildung spielt. Trommler und Schellenspieler sorgten aber am Ende für den notwendigen Rhythmus.
Der Zug stand unter den Motto "Gai-Jatra". Dieses achttägige Fest wird traditionell in Kathmandu, Bhaktapur und Patan gefeiert und bedeutet wörtlich übersetzt "Festival der Kühe". Bei dem Umzug tragen die Teilnehmer Masken mit Darstellungen von Göttern und Dämonen, Kinder verkleiden sich an diesen Tagen häufig als Kühe.
Mehr als vierzig Personen beteiligten sich in Berlin an der nepalesischen Gruppe: Masken mit Elefantengesichtern, aber auch mit riesigen Zähnen und Mündern wurden aufgesetzt. Die Männer trugen Topis, die traditionelle Kopfbedeckung. Im Mittelpunkt standen die tanzenden Frauen mit ihren traditionellen Kleidern. Die Farbe Rot dominierte. Viel Applaus und Sympathie bekam der Umzug, gesäumt von Tausenden Besuchern am Straßenrand.

Auf das Bild klicken, um die Diashow zu öffnen:

Gai-Jatra


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Aktivitäten unserer Mitglieder

Seit 2006 bietet Kamal Niraula nepalesische Spezialitäten im Restaurant Om an.

Krisha Sthapit lehrt neben ihrem Studium an der TU Berlin Nepalesisch an der Sprachenschule Sprachenatelier.

Margot Jaffé aus Somborn betreibt am Fuße des Himalaya in Pokhara ein Hotel.

Rajendra Sthapit ist beeidigter Übersetzer für Nepalesisch und Referent für Landeskunde, Sprache und Übersetzung.

Das Reisebüro Nepal-Reisen von Klaus-Peter Graetz ist spezialisiert auf Trekking-Touren mit Schwerpunkt Asien.

Carola Neitzel spielt auf verschiedenen Theaterbühnen in Berlin und gibt Schauspielunterricht.

Alle weiteren Informationen zu den Aktivitäten unserer Mitglieder finden Sie hier.

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Kontakt:

Nepali-Deutsche Gesellschaft
Eosanderstraße 13
10587 Berlin

Berliner Sparkasse
Kontonummer: 730 030 547
Bankleitzahl: 100 500 00

Vereinsvorstand:

Vorsitzender : Torsten Frank
Stellvertreter: Birat Niraula
Geschäftsführer: Rajendra Sthapit
Schatzmeisterin: Andrea-Regina Lang

© 2006-2016 NEDEG e.V. letzte Aktualisierung: Dezember 2016.