Newsletter Februar 2015


English Version

Dhampus

Die Themen:

Newsletterredaktion
Wissenschaftsreport: Die Umsiedlung eines Dorfes in Mustang
Thomas Bell: Don’t blame the Nepali Guides
MHA PUJA-Fest
Literatur aus Nepal – und über Nepal
Aktivitäten unserer Mitglieder

Newsletterredaktion

Liebe Leser,
dieser Newsletter sollte schon Anfang Dezember bei Ihnen sein. Am Tag der Versendung ist leider der Computer aufgrund eines Virus mit allen Daten abgestürzt. Unsere tapfere Andrea Lang hat in mühevoller Arbeit alles wieder rekonstruieren können. Nun liegt er also vor unsere Februar Ausgabe 2015:
Sie lesen diesmal einen Bericht über Mustang, außerdem stellen wir ein weiteres Buch von Samrat Upadhyay vor. Zu dem Unglück am Annapurna- Rundweg drucken wir den Kommentar von Thomas Bell ab. Viele weitere Informationen finden Sie in unserem Newsletter.
Sie können uns auch auf Facebook besuchen.
Wie immer wünschen wir viel Freude beim Lesen!

Das Newsletter-Team

In eigener Sache:

Wir danken Susan Evers dafür, dass sie in den letzten eineinhalb Jahren die englischen Übersetzungen für unsere Artikel übernahm. In Zukunft wird Sie verstärkt asiatische Kunstgeschichte studieren. Bitte bei der Redaktion melden, wer uns in Zukunft bei den Übersetzungen unterstützen kann.
Veranstaltungs- und andere Hinweise:
Rikscha-Fahren am Bodensee
Der ehemalige "Nedeg"-Vorsitzende und langjährige Leiter des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) in Nepal, Karl-Heinz Siekmann, ist auch nach seiner Pensionierung aktiv. Neuestes Hobby: Rikscha-Fahrer am Bodensee. Beim Treffen der Entwicklungshelfer des DED Nepal zu Pfingsten 2015 am Bodensee wird es einen Transit-Service mit der Rikscha geben.



Neuerscheinung: Viggo Brun: "Fired Earth – Öfen und Arbeiter im Kathmandu-Tal"
Das Buch beschreibt, wie Ziegelsteine in traditionellen und modernen Brennöfen hergestellt werden. Der Produktionsprozess und die daran beteiligten Menschen werden detailliert beschrieben. Das Buch ist mit Fotos und Diagrammen reich illustriert und enthält eine Reihe von Interviews mit den Arbeitern und Eigentümern der Ziegeleien.
Erschienen ist das Buch in englischer Sprache bei Himal Books, Kathmandu.



Projekt: Schulbau in Nepal
Das ehrenamtliche Projekt Building a School for Nepal wurde von dem russischen Architekten Roman Gek gegründet. Seit über einem Jahr leben Freiwillige in Japhe und bauen gemeinsam eine Schule für die einheimischen Kinder.
Erschienen ist das Buch 2013 in englischer Sprache bei Himal Books, Kathmandu.



Der Nedeg-Newsletter berichtet regelmäßig über kulturelle Themen und über unsere Projektpartner in Nepal und weist auf Termine hin.
Wer den Newsletter noch nicht direkt zugesendet bekommt, kann sich hier anmelden.
Wichtige Hinweise auf Termine, Veranstaltungen oder neue Publikationen senden Sie bitte an nedeg_redaktion@yahoo.com.

Newsletter-Redaktion: Torsten Frank, Andrea-Regina Lang, Susan Evers

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Mustang

Wissenschaftsreport: Die Umsiedlung eines Dorfes in Mustang

Fidel Devkota, ein unabhängiger Filmemacher aus Nepal, hat Visuelle Anthropologie an der Freien Universität Berlin studiert und mit einem Master abgeschlossen. Zurzeit ist er Doktorand an diesem Fachbereich.
Nach Mustang kam er 2008 zum ersten Mal. Dieser Besuch mit dem Fotoapparat hat seinen weiteren beruflichen Werdegang beeinflusst.
Mustang war ehemals ein unabhängiges buddhistisches Königreich. Es gehört heute zu Nepal, war bis 1950 vollkommen abgeschlossen und wurde als „verbotenes Land“ bezeichnet. In der Landessprache wird das Land „Lo“ (Süden) genannt. Nach der Annektierung von Tibet durch China wurde die Region als alternativer Ort zur Erforschung der tibetischen Kultur interessant. Die Einwohner von Mustang sind kulturell, linguistisch und ethnisch sehr verwandt mit den Bewohnern von Zentral-Tibet, und es gab viele Verbindungen zwischen dem Königshaus und aristokratischen Häusern in Tibet. Obwohl das Königshaus offiziell abgeschafft wurde, übt es weiterhin einen großen Einfluss aus.



Erst 1996 wurden die ersten Trekking Permits für dieses Gebiet ausgegeben. Auch heute noch ist das Gebiet durch die hohen Kosten für eine Trekking Permit vor dem Ansturm von Bergwanderern geschützt. Dies ist auch gut so, ist doch die Ökologie des Gebietes extrem sensibel. Wasser und Feuerholz sind schon für die ca. 27.000 Bewohner der Region knapp.
Lo-pa (Upper Mustang) liegt im zentralen Himalaya im Nordwesten von Nepal. Das Gebiet hat eine Ausdehnung von ca.2000 Quadratkilometern und ist in die sieben Provinzen Chuksang, Ghami, Tasarang, Lo-Manthang, Chosser, Chonup und Surkhang aufgeteilt. Lo-pa hat eine Bevölkerung von etwas mehr als 5000 Menschen. Die Region befindet sich im Regenschatten des Himalaya. Es gibt kein Monsum-Klima wie in anderen Regionen von Nepal. Das Gebiet hat einen extrem kalten Winter mit Temperaturen unter minus zwanzig Grad. Auch im Sommer liegen die Temperaturen selten über zehn Grad.



Dhe ist der Name des Ortes, in dem Fidel Devkota gefilmt hat. Er ist einer der kleinsten und isoliertesten Orte in Upper-Mustang. Das Dorf liegt auf einer Meereshöhe von 3860 Metern und hat einen moderaten Sommer und einen harten Winter. Zurzeit gibt es vierundzwanzig Häuser mit ca. 150 Menschen und 1000 Stück Vieh.
Aufgrund der klimatischen Veränderungen hat sich die Niederschlagsmenge in dem Ort stark reduziert. Die kleinen Felder in extremer Hanglage können nicht mehr bewirtschaftet werden. Die Dorfgemeinschaft hat sich daher entschlossen umzusiedeln und eine neue Siedlung aufzubauen. Zur Vorbereitung der Umsiedlung wurden bereits Bäume an dem neuen Ort gepflanzt. In diesem Jahr haben sie das erste Mal geblüht.
Fidel Devkota hat über dieses Dorf einen sehenswerten Film gemacht. Wie er berichtet, hat er hierfür fast 700 Minuten Filmmaterial, zehn Stunden Tonaufnahmen und 2000 Fotografien gemacht. Auf dem Mha-Puja-Fest im Oktober wurde von ihm eine Kurzfassung des Filmes gezeigt.



Die Filmaufnahmen und die Interviews sind untertitelt und erzählen mit wenigen Worten die Situation. Hier zwei Beispiele:
"Alles war gut hier, als ich ein Kind war. Täglich brachte ich die Ziegenherden zum Grasen auf die Felder, die damals alle grün waren."
"Früher gab es immer heftigen Schneefall, was gut war. Heute gibt es nicht mehr so viel Schnee, und wenn es nicht schneit, dann trocknen auch die Quellen aus. Das ist der Grund für unsere Probleme."
Fidel Devkota ist aus der Rolle des reinen Beobachters herausgetreten und engagiert sich auch für die Gemeinschaft. Er versteht nicht, „dass es so schwer ist für einen solchen Ort, der mit dem Problem der Klimaveränderung fertig werden muss, auch nur 6.000 Euro zu bekommen, wenn an anderer Stelle für Konferenzen zu dem Thema solche Summen für das Abschlussbankett ausgegeben werden.“
Fidel Devkota: "Climate Change and its Socio-Cultural Impact in the Himalayan Region of Nepal - A Visual Documentation".

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Thomas Bell: Don’t blame the Nepali Guides

Der britische Journalist Thomas Bell berichtet seit einem Jahrzehnt aus Nepal. Er gehört zu den profiliertesten ausländischen Kennern des Landes. Vor kurzem wurde sein Buch "Kathmandu" publiziert. Er schreibt über Nepal für den "Economist" und andere Publikationen. Er vertritt eine wichtige Stimme unter den ausländischen Journalisten, da er mehr als andere mit den Verhältnissen in Nepal vertraut ist.
Als im September letzten Jahres bei der Überquerung des Thorung-La-Passes, die höchste Passage der sehr beliebten Annapurna-Runde, etliche ausländische Bergwanderer, aber noch mehr nepalesische Bergführer und Träger vom Wetter überrascht wurden und ihr Leben ließen, war Nepal erneut mit einem Unglück in den Schlagzeilen. In fast allen westlichen Nachrichten wurden hilflose Touristen gezeigt, die sich über Mängel der Organisation bei der Rettung beklagten. Schon im Mai hatte ein Unglück am Mount Everest, bei der eine Gruppe von Sherpas beim Legen einer Aufstiegsroute von einer Lawine verschüttet wurde, zu dem Abbruch der diesjährigen Aufstiegstouren geführt.
Thomas Bell publizierte für "Al Jazeera" hierzu einen Artikel, der eine andere Sichtweise zu den Ereignissen darstellt und die nepalesischen Bergführer verteidigt. Da dies eine wichtige Stimme ist, wollen wir diesen Artikel in Ausschnitten abdrucken:

Es kommt öfters vor, dass ausländische Bergsteiger oder Bergwanderer und ihre einheimischen Führer oder Träger in den Bergen Nepals sterben. Die Schneestürme in der letzten Woche in der Annapurna-Region — mit fast vierzig Toten, achtzig Vermissten und Hunderten, die gerettet werden mussten — war der schlimmste Zwischenfall in einem tragödienreichen Jahr.

Es folgten die üblichen Schuldzuweisungen und Analysen, die all zu oft die Realität ausblenden, aber die Kluft zwischen den Touristen und den Einheimischen verdeutlichen.

Mount Everest (ein paar hundert Kilometer östlich von der Annapurna-Region gelegen) ist ein Ort, wo Leidenschaften und Eigenschaften wie Tapferkeit, Ehrgeiz, Egoismus und Frömmigkeit sich voll entfalten.



Die Welt liebt es, diese tödlichen Dramen mitzuerleben und beurteilt sie nach Klischees, die sich vor einem Jahrhundert gebildet haben. Als 2013 ein Streit zwischen den Sherpas, die die Bergrouten präparierten, und einer Gruppe von westlichen Bergsteigern ausbrach, löste dies einen Sturm der Entrüstung in der Presse aus. Westliche Reporter berichteten, dass die Ausländer beinahe von den Sherpas getötet worden wären.

Danach gab es Berichte, in denen sich die Sherpas darüber beschwerten, dass sie provoziert, selbst in Lebensgefahr gebracht und mit Verachtung behandelt worden seien. Es war nur ein kleiner Zwischenfall, doch er zeigt, wie schnell die Stimmung kippen kann, wie schnell das Image des tapferen, loyalen, selbstaufopfernden Einheimischen sich wandeln kann, sobald es zu Problemen kommt.

Die Berichte über die "Everest-Schlägerei" übertönten den Tod von Mingma Sherpa, einer der „Eisfalldoktoren“, der in dieser Saison dabei starb, als er die gefährliche Route durch den Khumbu-Eisfall auslegte.

Ein weiteres Unglück mit zahlreichen Opfern geschah in diesem Frühjahr, als eine Lawine in diesem Eisfall sechzehn Nepalesen tötete, die gerade die Route für ihre ausländischen Kunden auslegten. Die meisten von ihnen kamen aus der gleichen engen Gemeinschaft.

Es war die schlimmste Katastrophe, die sich in den Bergen ereignet hatte und löste eine heftige Debatte über Bezahlung und Sicherheitsbedingungen aus.



Trauernde Sherpas waren wütend darüber, dass sie nur einen Bruchteil von dem Geld erhielten, das von ausländischen Kunden bezahlt wird, aber die gefährlichste Arbeit übernehmen müssen. Sie waren auch wütend darüber, dass ihnen nur eine geringe Summe als Entschädigung an die Familien der Toten angeboten wurde.
Sie beschlossen daher, die restliche Saison zu bestreiken und damit "die Pläne von Hunderten von Bergsteigern zu zerstören."
Das bisherige Klischee von Tapferkeit und Loyalität bekam Risse, und teilweise entstand ein aggressives Image.

Trekking ist die populäre Variante vom Bergsteigen und zieht jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern an. Trekkingführer und Träger sind in der Regel nur schlecht ausgestattet.

Wie auch beim Bergsteigen erreicht nur ein Bruchteil der Gelder diejenigen, die die harte Arbeit machen — und die bei dem Schneesturm in der letzten Woche mit dem Tod gerungen haben. Sie erhalten kein Sicherheitstraining. Als der Sturm losbrach, waren sie genauso hilflos wie ihre ausländischen Auftraggeber.

Die Art der Beziehung und die Sprachbarriere schränkt die Kommunikation oft sehr stark ein. Wenn es gut läuft, können alle Menschen lachen, doch wenn sich die Situation ändert und unverständlich wird, neigen einige Ausländer sehr schnell dazu zu glauben, dass sie es sind, die betrogen werden.

Die nepalesische Regierung erhält viele Einnahmen aus dem Tourismus, hat aber wenig getan, um die Sicherheit (oder andere Standards) in der Branche zu erhöhen. Zum Beispiel fliegen viele inländische Billig-Fluglinien, bei denen es seit Jahren zu tödlichen Zwischenfällen kommt, ohne dass die Regierung bisher etwas getan hätte.



Die Trekking Agents Association of Nepal — eine Wirtschaftslobby — verlangt zwar Genehmigungen und Gebühren von den Touristen, scheint aber nur dazu da zu sein, Geld einzunehmen, wurde doch nur wenig bis gar nichts dafür getan, den Standard zu erhöhen. TAAN fordert, dass alle Trekker über Agenturen reisen müssen, vergisst aber die Tatsache, dass ihr unvorbereitetes Personal, gefangen im Schneesturm, in gleicher Zahl Seite an Seite mit ihren Kunden starben.

Die sozialen Medien in Nepal und die Leute, mit denen ich aus der Szene sprach, kannten viele Berichte über Touristen, die den Anweisungen der Bergführer nicht folgten, als der Sturm schlimmer wurde, und von unbekannten einheimischen Helden, die ihre Hände nur in Plastiktüten einwickeln konnten — Männer, die ihre Familie mit dem Hungerlohn unterstützen, den sie durch das Schleppen von Touristengepäck erhalten.

Nicht alle der überlebenden Touristen haben sich verächtlich oder schlecht mit der Meinung geäußert, dass die Bergführer, die im Sturm umkamen, „den Tod der ausländischen Kunden billigend in Kauf genommen“ hätten. Fehler wurden gemacht. Aber auch die Touristen waren nicht in der Lage zu verstehen, was unter den Nepalis gesprochen wurde, als der Sturm kam. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätten die nepalesischen Bergführer überlebt, wenn sie nicht die schlecht akklimatisierten Touristen im Sturm geführt hätten.

Ohne objektive Beweise, nur auf Grundlage von Berichten von einzelnen Touristen und ohne Details zu kennen, waren ausländische Medien erschreckend schnell dabei, das Schönwetterklischee gegen hässliche Stereotypen einzutauschen. In dieser fadenscheinigen Geschichte waren es die einfachen Bergführer, die Schuld waren, bestätigt durch die Tatsache, dass sie für das Risiko Geld genommen haben.

Es ist offensichtlich, dass die Berge niemals sicher sein können. Bestimmte einfache Maßnahmen wie Wetterwarnungen würden jedoch schon helfen. Sicherlich wird das Denkmal für die Opfer dieser Katastrophe für diejenigen als Warnung dienen, die denselben Weg nehmen.

Wenn sich die Tourismusindustrie wirklich verbessern soll, muss ein größerer Respekt für die Menschen gezollt werden, die die Lasten tragen und den Weg zeigen. Dies bedeutet besseres Training, bessere Ausrüstung und eine Schulung für die Mitarbeiter.

Von den Trekkingorganisationen, von der eigenen Regierung und von den ausländischen Gästen ist mehr Respekt für die Bergbevölkerung notwendig. Wirklicher Respekt ist mehr als grinsende Selfies und selbstgefällige Plattitüden über die Kraft, die Heldenhaftigkeit und die Loyalität — etwas, was sich schnell in Misstrauen und Verleumdungen wandelt, wenn etwas schiefläuft.

(Übersetzung aus dem Englischen: Torsten Frank)

Mehr vom Autor Thomas Bell können Sie hier lesen.

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Mha Puja 2014

Mha Puja 2014 in Berlin

Auch im letzten Jahr veranstaltete die Nepali-Deutsche Gesellschaft e.V., kurz "Nedeg", ein Fest zur Mha Puja: Ein buntes Zusammentreffen, das viel Freude gemacht hat. Die Bilder sehen Sie hier.


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The Guru of Love

Literatur aus Nepal – und über Nepal

Samrat Upadhyay: The Guru of Love

Nach dem großen Erfolg seiner Kurzgeschichtensammlung "Arresting God in Kathmandu" veröffentlichte Samrat Upadhyay 2003 seinen ersten Roman: "The Guru of Love".
Wieder spielt Kathmandu eine zentrale Rolle, wieder siedelt Upadhyay seine Geschichte in allen möglichen Vierteln und Straßen der Stadt an. Daneben spielt die Zeit eine ganz wichtige Rolle, denn die tagespolitischen Ereignisse gehen einher mit den Ereignissen im Leben der Romanfiguren: Es ist die Zeit zwischen 1989 und 1990, als das Panchayat entmachtet und mit der Zulassung von politischen Parteien die Demokratie in Nepal festgegründet wird.
Inmitten dieser gewaltigen – und manchmal auch gewalttätigen – gesellschaftlichen Veränderungen, mitten in einer ärmlichen innerstädtischen Wohngegend, in einer Zweizimmerwohnung ohne eigenes Bad, entfaltet sich die Geschichte vom Mathematiklehrer Ramchandra. Sein Gehalt an einer genauso ärmlichen städtischen Schule reicht nicht einmal aus, um seine Frau Goma und ihre Kinder Sanu und Rakesh durchzubringen, geschweige denn sich seinen Lebenstraum vom eigenen Heim zu verwirklichen, weshalb er darüber hinaus Privatstunden zur Vorbereitung auf das begehrte Schulabschlussexamen anbietet. Ständig kritisiert von den wohlhabenden Schwiegereltern, deren Entscheidung, ihm die Heirat mit ihrer Tochter anzutragen, er nie verstanden hat, enttäuscht, überarbeitet und unzufrieden, ist er leicht entflammbar, wenn Malati als Nachhilfeschülerin in sein Leben tritt: eine junge ledige Mutter, bettelarm und wunderschön und verzweifelt bemüht, mit dem Examen aufs College und danach in ein besseres Leben gehen zu können.
Was sich anfangs wie gehabt und wie die gewohnte außereheliche Liebesgeschichte eines frustrierten Akademikers mittleren Alters anfühlt, wird bald zu einer verblüffend außergewöhnlichen Geschichte, in deren Zentrum nicht mehr der zwischen dem außerehelichen Sexabenteuer und ehelicher Liebe hin- und hergerissene Lehrer steht, sondern eine starke und ungewöhnliche Frau – seine Frau. Als Malati von ihrer Stiefmutter wegen der Affäre aus dem Haus geworfen wird, nimmt Goma sie in ihre Wohnung auf, überlässt ihrem Mann mit seiner Geliebten das eheliche Schlafzimmer, kümmert sich um die junge Frau genauso wie um deren Kind und durchsteht mit würdevoller Gelassenheit die Kritiken der Familie ebenso wie die bissigen Bemerkungen der Nachbarn, während Ramchandra bald mit der neuen Situation überfordert ist und die Flucht antritt – ins nächtliche Kathmandu, in den Alkohol, in die Krankheit. Goma hält nicht nur die Familie zusammen, sondern trägt auch dazu bei, dass die Geschichte trotz dieser in der nepalesischen Gesellschaft doch recht ungewöhnlichen familiären Konstellation glaubwürdig bleibt. In der Falle sitzt letztendlich Ramchandra, der die Affäre eigentlich gerne außerhäusig weitergeführt hätte und nun mit ansehen muss, wie in seiner familiären Welt – aber auch in der Welt um ihn herum – autokratische Führungsstrukturen aufgelöst werden.
Upadhyay entwickelt und führt seine Figuren mit großer Anteilnahme und mit großem psychologischem Feingefühl. In seiner gewohnt klaren und sachlichen Sprache portraitiert er alle seine Figuren genauso wie die Stadt Kathmandu: zwar ungeschönt und durchaus realistisch in allen ihren Schwächen – aber mit großer Sympathie und Zärtlichkeit.
Ein besonderes Lesevergnügen sind wieder die Beschreibungen des täglichen Lebens – in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, beim Essen und in der Kleidung entsteht ein lebendiges Bild der Menschen und der Stadt.
Der Titel geht übrigens auf eine Zeichnung der Tochter zurück, auf der sie die Großeltern vor ihrem ‚Palast‘ und die eigene Familie vor ihrem einfachen Wohnhaus gezeichnet hatte. Über den Kopf des Großvaters hatte sie ‚The Guru of Money‘ geschrieben – über den des Vaters: ‚The Guru of Love‘.

Samrat Upadhyay: The Guru of Love
Houghton Mifflin 2003 (Neuauflage 2004) - ISBN 0618382682, 9780618382682
Eine Einsicht ins Buch mit einer langen Leseprobe ist über Google Books möglich.



2009 ist der Roman unter dem Titel "Der Liebesguru" ins Deutsche übertragen worden und in der Edition Kathmandu erschienen: Upadhyays präzise und zurückhaltende Sprache ist von Philipp Thapa in ein genauso präzises, angenehm flüssiges und gut lesbares Deutsch übertragen worden.

Darüber hinaus hat sich Philipp Thapa – wie im Nachwort zu lesen ist – Gedanken gemacht, wie das im englischen Original verwendete "you" ins Deutsche zu übertragen sei, um die unterschiedlichen Ebenen nepalesischer Höflichkeitsformen deutlich zu machen. Eine Unterscheidung, die der Autor im englischsprachigen Originaltext nur bedingt vorgenommen hat.
Zwar drücken sich die unterschiedlichen Ebenen der Höflichkeit außerhalb der Familie in der Verwendung von "Sir" und "Mister" aus, und wenn – was äußerst selten ist – Vornamen verwendet werden, ergänzt er die respektvolle Nachsilbe "-ji". In der Familie gibt es nichts als das reine "you". Der Übersetzer wollte die Dialoge "aber als Übersetzung aus dem Nepalischen verstanden" wissen und orientierte sich eng an nepalesischen Anredegepflogenheiten. Und da es im Deutschen leichter als im Englischen möglich ist, sich den mindestens vier nepalesischen Anredeformen immerhin durch eine Unterscheidung zwischen "du" und "Ihr" anzunähern, hat er das so gemacht. Und dabei das altmodische "Ihr" dem heutigen "Sie" vorgezogen.
Das ist durchaus nachvollziehbar und sicher kulturhistorisch auch richtig – wenn auch ein wenig gewöhnungsbedürftig: Goma, die mir so willensstark in Erinnerung war, kam mir anfangs durch das ständige "Ihr" und "Euch" und "Euer" mit dem sie Ramchandra anspricht – sie wird von ihm natürlich stets geduzt – bisweilen zu unterwürfig vor. Doch man liest sich ein, und letztendlich erscheint Goma auch im Deutschen stark und zielbewusst: "Ich hab Euch nie idealisiert. Ich wusste bloß, was ich wollte."" Und enthüllt dem staunenden Ramchandra, wie es dazu kam, dass die wohlhabenden Pandeys ihm damals ihre Tochter gaben …

Der Liebesguru
Roman von Samrat Upadhyay
Übersetzt und erläutert von Philipp P. Thapa
Edition Kathmandu 2009 ISBN 978-3-939834-03-8

Der Roman wurde auf der "Weltempfänger"-Bestenliste 6/2010 mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Die vierteljährlich erscheinende Bestenliste hat zum Ziel, den Literaturen aus Afrika, Asien und Lateinamerika mehr Aufmerksamkeit in der deutschsprachigen Öffentlichkeit zu verschaffen. Der „Weltempfänger“ wird getragen vom Literaturförderverein Litprom, in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und Medien wie "Arte", "Deutschlandradio" und "Frankfurter Rundschau".                                                                                                                                             Johanna Wernicke-Rothmayer

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Aktivitäten unserer Mitglieder

Seit 2006 bietet Kamal Niraula nepalesische Spezialitäten im Restaurant Om an.

Krisha Sthapit lehrt neben ihrem Studium an der TU Berlin Nepalesisch an der Sprachenschule Sprachenatelier.

Margot Jaffé aus Somborn betreibt am Fuße des Himalaya in Pokhara ein Hotel.

Rajendra Sthapit ist beeidigter Übersetzer für Nepalesisch und Referent für Landeskunde, Sprache und Übersetzung.

Carola Neitzel spielt auf verschiedenen Theaterbühnen in Berlin und gibt Schauspielunterricht.

Alle weiteren Informationen zu den Aktivitäten unserer Mitglieder finden Sie hier.

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Kontakt:

Nepali-Deutsche Gesellschaft
Eosanderstraße 13
10587 Berlin

Berliner Sparkasse
IBAN: DE94 1005 0000 0730 0305 47
BIC: BELADEBEXXX

Vereinsvorstand:

Vorsitzender : Torsten Frank
Stellvertreter: Birat Niraula
Geschäftsführer: Rajendra Sthapit
Schatzmeisterin: Andrea-Regina Lang

Newsletter February 2015


Deutsche Version

Dhampus

Content:


Message from the Editors
Academic report: The relocation of a Mustang village
Thomas Bell: Don`t blame the Nepali Guides
Mha Puja 2014 in Berlin
Literature from Nepal and about Nepal
Activities of our members

Message from the Editors

Dear Readers,
In this newsletter you will find a report about Mustang and a review of another book by Samrat Upadhyay. In addition we’re reprinting a commentary by Thomas Bell on the Annapurna Circuit avalanches and blizzard, as well as other pieces.
And you can now visit us on Facebook.
As usual, we wish you happy reading.

The Newsletter Team

Newly Published: Viggo Brun: - "Fired Earth – Bricks, Kilns and Workers in Kathmandu Valley"
The book describes how bricks are produced in traditional and modern furnaces. The production process and the workers are described in detail. The book is richly illustrated with photos and diagrams and contains a series of interviews with the workers and the owners.
The book has been published by Himal Books, Kathmandu.



Project: Building a School in Nepal
The volunteer project Building a School for Nepal was started by the Russian architect Roman Gek. For the past year the volunteers have been living in Japha, where they are building a school for the Nepalese children living in the area.



The Nedeg newsletter will regularly report on cultural events and our project partners in Nepal, including dates and venues. If you are not receiving the newsletter directly, you may register here now. Relevant information regarding dates, events or new publications may be forwarded to: nedeg_redaktion@yahoo.com.

Editorial staff: Torsten Frank, Andrea-Regina Lang, Susan Evers


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Mustang

Academic report: The relocation of a Mustang village

Fidel Devkota, an independent film maker from Nepal, is a visual anthropologist. He studied this subject at Berlin's Free University, graduating with a master's degree. He is currently preparing for his doctorate in this field.
Fidel made his first trip to Mustang in 2008. This visit with his camera influenced his subsequent professional career.
Mustang was formerly an independent Buddhist kingdom. Today, it is part of Nepal, but was completely isolated until 1950 and known as the "Forbidden Country". The country is called "Lo" ("south") in the local language. After Tibet's annexation by China, the region became popular with researchers as an alternative area in which Tibetan culture could be explored. The inhabitants of Mustang are culturally and ethnically very closely related to the residents of Central Tibet, and many connections between the royal family and aristocratic Tibetan families existed. Although the royal family has officially been abolished, it continues to exercise a considerable influence.



The first trekking permits for this region were not granted until 1996. Even today, the area is protected from an inundation of hikers by the high costs of a trekking permit; a prudent measure in the light of the region's highly sensitive ecology. Water and firewood are scarce for the area's 27,000 inhabitants in any case (approximate figure).
Lo-pa (Upper Mustang) is situated in the Central Himalayas, in the north-west region of Nepal. The area covers 780 square miles (approx. 2,000 km²), and is divided into the seven provinces of Chuksang, Ghami, Tasarang, Lo-Manthang, Chosser, Chonup and Surkhang. Upper Mustang has a population of over 5,000. The region lies in the Himalayan rain shadow, meaning that it lacks the monsoon climate present in other parts of Nepal. The area has extremely cold winters, with temperatures dropping to minus twenty degrees. Temperatures seldom exceed ten degrees even in summer.



In his film, Fidel Devkota devotes himself to a portrait of the village of "Dhe". It is one of the smallest, most isolated places in Upper Mustang. The village lies at 3,860 metres above sea level and enjoys moderate summers and harsh winters. At present, it boasts twenty-four houses, approximately 150 residents and 1,000 livestock.
The climate changes of recent years have caused the amount of precipitation in the village to sink drastically. The small fields situated on steep slopes can no longer be cultivated. As a result, the village community has decided to relocate as a group, and to create a new settlement. The move has long been in the planning, and trees have already been planted in the new location. This year, they blossomed for the first time.
Fidel Devkota has crafted an entertaining, thought-provoking film from these events. He reports that he collected almost 700 minutes of film material, ten hours of audio recordings and 2,000 photographs in the process of making it. He showed a brief version of the film at the Mha Puja festival in October, which featured impressive landscape views of the area. The steady camera work and frequently meditative shots of grasses blowing in the wind lend the film a contemplative mood which perfectly suits its surroundings.



The film takes and interviews are subtitled, and tell the story of the small town in a few poignant words:
"Life was good here when I was a child; I used to take herd of small goats for grazing up in the fields, which used to be lush and green."
"In the past, it snowed heavily, which was good for us, but nowadays snowfall is scarce, and if it doesn't snow, the water sources also start to dry up, which may be the cause of all our problems."
Fidel Devkota has now slipped out of the role of pure observer and is starting to get involved in the local community. He doesn't understand why "it is so hard for a place like this, which has to deal with the problems of climate change, to be helped out with just € 6,000, when the budget for the closing banquets of conferences on the same subject is just as high."
Fidel Devkota: "Climate change and its socio-cultural impact on the Himalayan region of Nepal - a visual documentation."

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Thomas Bell: Don`t blame the Nepali Guides

The British journalist Thomas Bell has been reporting during the past decade from Nepal. He has reported on Nepal for the Economist and other publications. His book Kathmandu was recently published by Random House.
September 2014 Nepal was once again in the headlines as a number of climbers and even more guides and porters lost their lives due to extreme weather while crossing the Thorung La Pass, the highest on the popular Annapurna Circuit. In many of the western news reports helpless tourists were shown who complained about the poor organization of the rescue teams. In May another accident, this time an avalanche on Mt. Everest, killed a group of Sherpas as they attempted to prepare a route up the mountain for climbers, leading to the cancellation of this year’s climbing season.
Thomas Bell, the author of "Kathmandu" wrote the following article about the incident, presenting a different perspective, for Al Jazeera. Here are some excerpts.

It often happens that foreign mountaineers or trekkers, and their local guides or porters, die in the Nepal Himalaya. Last week`s blizzards in the Annapurna region – which left almost 40 dead, 80 missing and hundreds in need of rescue – are the worst incident yet in a familiar annual tragedy. There then follows an annual circus of finger pointing and amnesia, which takes little account of realities. This in turn exposes the gulf between the tourists and the locals. In fact, the shortcomings of this relationship are probably as much a cause of these disasters as the inherent danger of the mountains.

Mt Everest (a few hundred miles east of the latest disaster) is a place where various passions and self-indulgences- including bravery, ambition, ego und piety – are given full reign. The world loves to watch this deadly drama, largely informed by clichés which were made at least a century ago. So, when fight broke out in 2013 between Sherpa high altitude workers and a group of Western climbers, the scuffle blew up in the media. Western reports said that the foreigners "could have been killed" by a Sherpa “



These stories were followed by "Sherpas complaining that they`d been provoked" placed in danger and treated with contempt. It was a petty incident but it showed the fault-lines, and how quickly the image of the brave, loyal, self-sacrificing locals will give way to worse assumptions the moment trouble starts. In the international media, the "Everest brawl" eclipsed the death that season “Mingmar Sherpa, one of the "icefall doctors", killed while laying the route through the dangerous Khumbu Icefall.

Something "much worse happened" the following spring, when an avalanche in the icefall killed sixteen Nepalis who were laying the route for foreign clients. Most of them came from the same close-knit community. It was the single worst disaster ever on the mountain, and it brought grievances over pay and safety conditions powerfully to the fore.

Grieving Sherpas were angry that only a modest fraction of the money paid by foreign clients is received by those who do the most dangerous work, and angry at the small sum offered in compensation for those who died. They decided to go on strike for the remainder of the season, “throwing the plans of hundreds of foreign mountaineers into chaos”.



The usual clichés praising the Sherpas brave loyalty became muted, partly to be replaced by complaints that "some of them had become aggressive."

Trekking is the more popular younger sibling of mountaineering, and attracts hundreds of thousands of visitors a year. Trekking guides and porters are usually poorly equipped. Like in mountaineering, only a fraction of the money reaches those who do the hard work – and who faced a life and death crisis in last week`s blizzard. They receive no training in safety. (When the storm struck they were as helpless as their foreign bosses.) The terms of the relationship, and the language barrier, mean that communication will often be limited. And while people may be all smiles while things are going well, when a situation turns into something they can`t understand some foreigners are quick to believe it is they who are being cheated.

The Nepali government receives much revenue from tourism, but has done little to promote safety (or other standards) in the industry. For example, corner-cutting domestic airlines have been “killing passengers for years”, while the government does nothing. The Trekking Agent`s Association of Nepal – a business lobby- demands permits and fees from tourists, seemingly designed only to extract money, while doing little or nothing to raise standards. TAAN`s was to demand that all trekkers must travel through their agencies – notwithstanding the obvious fact that their unprepared staff, caught in the Annapurna blizzards, died with their clients in equal numbers.



Nepali social media, and people I spoke to on the scene, were full of stories of tourists dismissing their guides advice as the storm worsened, and of un-thanked local heroes struggling through the blizzard with their hands wrapped in plastic bags – men who support their families on the pittance they received by laboring under tourists luggage.

But while not all surviving tourists were so contemptuous or peremptory, so were willing to allege that their staff (who had died) “connived in the deaths of foreign clients”. Clearly mistakes were made. But although the foreigners couldn`t have understood a word that was said among the Nepalis as the crisis deepened; although the Nepalis would surely have survived if they weren`t guiding un-acclimatized tourists through the blizzard; without any objective evidence; on the word of a single tourist; despite "conflicting details", the foreign media was sometimes shockingly quick to exchange the fair-weather cliché of the stout Nepali porter for a more invidious oriental stereotype. In these flimsy tales, it was the poor perished workers who were to blame – and the fact they "asked to be paid for the risks they took" seals the case against them.

It should be obvious that the mountains will never be safe. Certain simple measures, such as weather warnings, would help. Probably the monument to the victims of this disaster will serve as the best warning to those who pass the same way.

But if the industry is to really improve, it must be through far greater respect for the people who carry the loads and show the way. It means training, better equipment, and investment in low-status workers. More respect, in other words, for the mountain people; from the trekking and mountaineering industries, from their own government, and from their foreign guests. Real respect extends beyond grinning selfies and patronizing platitudes in praise of porters strength, bravery or loyalty – which turn to distrust and gross aspersions when things go wrong.

More from the author you can read in: Thomas Bell "Kathmandu", Random House , RS 599 ,463 pages.

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Mha Puja 2014

Mha Puja 2014 in Berlin

Again last year the Nepal German Society e.V. (NEDEG) organized a celebration for Mha Puja. Everyone enjoyed the colorful festivities. Here are some pictures.

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The Guru of Love

Literature from Nepal and about Nepal

Samrat Upadhyay, The Guru of Love
Following the success of his collection of short stories, Arresting God in Kathmandu, Samrat Upadhyay’s first novel, the Guru of Love, was published in 2003.
Once again Kathmandu features prominently in the story, which takes place in various neighborhoods throughout the city. And time also plays an important part as the politics of the period in which the novel is set (1989/90) figure in the lives of the characters. During these 2 years the Panchayat lost power and political parties were permitted, enabling democracy to take hold in Nepal.
During this momentous and sometimes violent social change, in a poor inner city neighborhood the story of Ramchandra, a math teacher who lives in a 2 room apartment with a shared bathroom, unfolds. His salary at an impoverished city school is not enough to support himself, his wife Goma and their children Sanu and Rakesh, (I don’t understand "denn sich seinen Lebensraum vom eigenen Heim zu verwirklichen"), which is why he also gives private lessons to prepare students for the exams they need to pass in order to graduate. Continually criticized by his well-to-do in-laws (whose proposal that he marry their daughter he’s never understood), disappointed, overworked and dissatisfied, he is highly susceptible when Malati, one of these students, enters his life. Malati is a young single mother, poor and pretty, who is desperately wants to go to college in order to make a better life for herself and her child.
What seems at the beginning to be the typical story of a frustrated, middle-aged man’s extramarital affair turns into an intriguing and unusual narrative, not of a man torn between sexual adventure and married love but of a strong woman, his wife. After Malati is thrown out the house by her stepmother because of the affair, Goma takes her in, allowing her and Ramchandra to share the bedroom. Goma also takes care of Malati and her child, facing with dignity the criticism of the family as well as the scathing remarks of the neighbors. Ramchandra is soon overwhelmed by the situation and flees into Kathmandu’s nightlife, alcohol and illness. Goma not only holds the family together but contributes to the believability of the story despite its unusual family constellation. Goma proves to be strong and purposeful, telling Ramchandra that she never idealized him but merely knew what she wanted, and she reveals to the astonished Ramchandra the reason her well-off parents wanted him to marry her. Ramchandra, who would have gladly continued the affair out of the house, finds himself trapped as both his family and society lose its autocratic leadership structure.
Upadhyay develops his characters with great sympathy and psychological sensitivity. He portrays both them and Kathmandu, as is his way, in clear and matter-of-fact prose, realistically, with all their imperfections and weaknesses but with great affection. Especially enjoyable, here too, are his descriptions of daily life—in the family, at work, at leisure, while eating and dressing—providing a lively picture of the people and the city.
The title of the book comes from the daughter’s drawing, in which her grandparents are shown in front of their ‘palace’ and the family before their simple apartment building. Above her grandfather’s head she wrote "the Guru of Money" and above her father’s "the Guru of Love."

Samrat Upadhyay, The Guru of Love
Boston: Houghton Mifflin, 2003 (new edition 2004) ISBN 0618382682, 9780618382682
A long excerpt can be read at Google Books.



A German translation of the book is available. For information about it and a web address where you can read the first chapter, see the last section of this article in German.
The German translation appeared in first place on the "Weltempfänge" Best List 6/2010. The list was prepared by Litprom in collaboration with the Frankfurt Book Fair and various media outlets such as arte, Deutschlandradio and the Frankfurter Rundschau. It appears quarterly and features books from Africa, Asia and Latin America that have been translated into German.
                                                                             Johanna Wernicke-Rothmayer

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